Zum Inhalt springen

Header

Video
Baselworld geht neue Wege
Aus 10vor10 vom 20.03.2019.
abspielen
Inhalt

Uhrenmesse in der Krise Baselworld hofft auf Apple

Die Uhrenmesse will sich ab 2020 neu ausrichten. Hoffnungsträgerin sei auch die Apple-Watch, sagt der Messe-Chef zu SRF.

Im Beisein von Bundespräsident Ueli Maurer eröffnet am Donnerstag Michel Loris-Melikoff die Baselworld. Er leitet seit letztem Juli die Uhrenmesse und muss diese vor dem Niedergang retten. Die Baselworld zählt dieses Jahr noch rund 500 Aussteller. 2018 waren es 650, im Jahr zuvor gar noch über 1300 gewesen.

Nicht mehr dabei in diesem Jahr ist vor allem die Swatch-Gruppe mit ihren Luxusmarken wie Omega, Glashütte Original, Breguet oder Blancpain. Der grösste Uhrenkonzern der Welt lädt die Händler nun viel mehr in eigene Räumlichkeiten nach Zürich ein.

Hayek hält mit Kritik nicht zurück

Swatch-Chef Nick Hayek hat die Baselworld mehrfach heftig kritisiert: Die Messeleitung sei arrogant, die Preise überrissen, das Messekonzept veraltet. Nicht zuletzt solche Kritik führte zu einem Köpferollen: Die langjährige Baselworld-Chefin Sylvie Ritter und der langjährige Messe-Konzernchef René Kamm mussten gehen.

Video
Messe-Chef Michel Loris-Melikoff zu Apple
Aus SRF News vom 20.03.2019.
abspielen

Nun versucht Loris-Melikoff die Uhrenmesse neu auszurichten. Auf 2019 habe er bereits einige Neuerungen eingeführt, erklärt er im Interview mit SRF. So seien etwa die Kommunikation oder das Pressezentrum verbessert, viele Aussteller umplatziert und eine Event-Bühne geschaffen worden. Zudem sei mit Hotels und Restaurants eine Abmachung getroffen worden, um die überhöhten Preise zu bekämpfen.

Auch Influcencer und Sammler ansprechen

Da die Zeit für grosse Änderungen zu knapp gewesen sei für die diesjährige Ausgabe, folge der grosse Wurf erst 2020. Michel Loris-Melikoff hat dafür mit vielen Leuten der Branche gesprochen, etwa mit Jean-Claude Biver von der LVMH-Gruppe. Darum habe er nun klare Vorstellungen: «Eine Messe wie die Baselworld soll sich nicht nur an Händler wenden, sondern sie muss sich öffnen. Sie muss spannend sein für Influencer, für Journalisten, für Sammler oder auch für Endkonsumenten.» Darum müsse das Angebot der Baselworld erweitert werden.

So solle es künftig etwa einen Bereich für Smartwatches geben, ein Segment, das bisher nicht vertreten war. Auf die Frage, ob so 2020 auch Apple an der Baselword vertreten sei, sagt Loris-Melikoff: «Das kann ich nächstes Jahr sagen. Apple ist sicher eine der Kandidaten, aber es gibt noch andere.» Gemeint sind etwa Smartwatch-Produzenten wie Samsung. Das hat auch Jean-Claude Biver vorgeschlagen.

Video
Messe-Chef Michel Loris-Melikoff zur Idee eines Uhrenpreises
Aus SRF News vom 20.03.2019.
abspielen

Uhren-Award soll kommen

Eine weitere Idee: Einen Preis für die Uhrenbranche lancieren. Dazu habe er bereits «mit unseren Kollegen in Genf» gesprochen. Gemeint ist der Genfer Uhrensalon. «Es macht keinen Sinn, dass man mehrere Preise in der Schweiz hat und dass es mehrere Award-Nights gibt», sagt Michel Loris-Melikoff. «Meiner Meinung nach benötigt es eine Award-Night in der Schweiz. Wo diese stattfindet – ob in Genf, Basel oder Zürich – das ist offen.»

Bereits abgesprochen mit Genf hat Loris-Melikoff die Austragungsdaten der beiden Messen. Nachdem dieses Jahr der Genfer Salon im Januar war, wird er ab 2020 direkt vor der Baselworld stattfinden, so dass die Händler nur einmal in die Schweiz kommen müssen.

Baselworld auch in Asien?

Doch vielleicht müssen Händler bald nicht mehr zwingend in die Schweiz kommen. Denn die Baselworld prüft eine Expansion nach Asien: «Das Wachstum der Industrie ist im asiatischen Raum am grössten. Deshalb muss man sich überlegen, ob es nicht Sinn macht, dort etwas anzubieten», sagt Loris-Melikoff. Er versucht eben alles, damit Baselworld die grösste Uhrenmesse der Welt bleibt.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bosshard Matthias  (Bosshard Matthias)
    Nichts hat die Messe verstanden Hayek sagte es deutlich was alle Aussteller schon lange denken, zu teuer und zu arrogant darum haben wir als Austeller damals der Muba den Rücken gekehrt was wurde nun an der Haupt Problematik geändert, nichts.
    Apple wird wohl kaum als Goldesel herhalten und Smartwatch kommen die wenigsten anschauen.
    Der Fisch beginnt vom Kopf an zu stinken, jetzt sehen wir das letzte Gezappel des Schwanzes vor dem Untergang, danach kann man aus den Hallen Lofts bauen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Eine Messe muss doch für das breite Publikum gemacht sein, freie Eintritte -wer eine Uhr an der Messe kaufen will, soll einen Preisabschlag von 30% auf alle Marken erhalten, nur mit solchen Massnahmen können noch neu Kunden angeworben werden . Wer glaubt in einem Verdrängungsmarkt noch den stolzen Hahn spielen zu müssen , der hat nichts verloren in diesem Markt . Die edlen Marken versuchen mit Hausmessen dem zu entgehen - doch auch dort ist die Klientel inzwischen klein geworden .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Dann macht doch eine Apple-World. Apple weiss ja nicht, wohin mit seinem Geld und ist demzufolge wohl auch allein auf weiter Flur willens, die heutigen Standmieten u berappen... ;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
      Ja Apple hat zwar viel Geld, ist wohl aber trotzdem kaum bereit, es aus dem Fenster zu schmeissen, wenn sie nicht überzeugt sind, dass die Messe etwas bringt...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen