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Wirtschaft UNO-Nachhaltigkeitsziele: So lässt sich die Welt nicht retten

Am kommenden Wochenende verabschieden die Staats- und Regierungschef im Rahmen der UNO die sogenannten Sustainable Development Goals; nachhaltige Ziele für die Entwicklung der Welt. Im Gegensatz zu den Millenniums-Zielen sind sie sehr verzettelt – und damit kaum effektiv.

Legende: Video Kritischer Blick auf die Millenniums- und Nachhaltigkeitsziele abspielen. Laufzeit 5:12 Minuten.
Aus ECO vom 21.09.2015.

Die Welt ist in den letzten Jahren besser geworden, viele Millenniums-Ziele der UNO wurden erreicht; darunter insbesondere das prominenteste Ziel, die Halbierung der Armut seit dem Jahr 2000. Hauptgrund für diese Zielerreichung war aber nicht die UNO, sondern die schlichte Tatsache, dass China und Indien wirtschaftlich stark gewachsen sind und damit Millionen von Menschen dank bezahlter Arbeit der Armut entkommen konnten. Auch anderweitig gibt es Kritik an den Millenniums-Zielen. Doch bei aller Kritik – die Millenniumsziele waren immerhin fokussiert.

Ganz anders die neuen Nachhaltigkeitsziele, die die UNO nun verabschieden wird. Das Paket besteht aus 17 Haupt- und 169 Unterzielen. Die UNO hält sie für «historisch» und «weitsichtig». Viele Ziele sind jedoch illusorisch: Etwa Ziel 1.1 – die «Komplette Beseitigung schwerer Armut bis ins Jahr 2030» oder die «Vollbeschäftigung für alle Frauen und Männer, eingeschlossen Jugendliche und Behinderte, bis 2030».

«Ideen-Sammlung von Lobby-Gruppen»

Anderes wirkt fehl am Platz, etwa die «Halbierung der Zahl der Strassenverkehrsopfer bis 2020» oder die «Verbesserung der Umsetzung der Tabak-Richtlinien der WHO». Dazu kommen Dutzende von Zielen, deren Erreichung sich nicht messen lässt. Die UNO erklärt: «Die SDG sind komplexe und schwierige Ziele, die komplexe und schwierige Probleme lösen sollen.»

Dem hält nebst etlichen anderen Kritikern die Zeitschrift «The Economist» dagegen, die Nachhaltigkeitsziele seien eine Sammlung von Ideen aller möglichen Lobby-Gruppen, die ihre eigenen Interessen vor Augen hatten. «Die Nachhaltigkeitsziele wären schlimmer als unnütz», lautet das Fazit.

Kritik an den Nachhaltigkeitszielen kommt auch aus den Reihen etablierter Entwicklungshelfer. So schreibt etwa Rolf Kappel, der ehemalige Leiter des Entwicklungshilfe-Departements an der ETH Zürich in einem Aufsatz, die Nachhaltigkeitsziele «zeigen in die falsche Richtung». Und weiter: «Die enorme Ausweitung des Umfangs der neuen Agenda könnte den globalen Einsatz zur Armuts-Bekämpfung reduzieren, und die Armen würden darunter leiden. Das darf nicht geschehen.»

Millenniumsziele

Die Millenniumsziele sind das im Jahr 2000 verabschiedete Prestige-Projekt der UNO im Bereich der Entwicklungshilfe. Bis ins Jahr 2015 sollten unter anderem extreme Armut bekämpft, die Kindersterblichkeit gesenkt und die Rolle der Frau gestärkt werden. Die Bilanz zeigt: Rund die Hälfte der Ziele wurden verfehlt.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Autsch, die Welt ist in den letzten Jahren besser geworden - wer so etwas schreibt lebt auf einem andern Planeten! Ob UNO, Weltbank und fast alle Vereine, die angeblich Gutes tun, die sind alle von der USA gesteuert - für den IWF kann man es im Buch: "Weltmacht IWF" nachlesen. Tja und wenn dann ein Verein sich nicht dem US-Diktat unterwirft, dann wird er mittels schlechter, nicht recherchierter Presse fertig gemacht.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Kein Witz, gerade ist der Botschafter Saudi-Arabiens in Genf zum neuen Vorsitzenden des Menschenrechtsrats der Vereinigten Nationen ernannt worden! Das Land mit der wohl schlechtesten Bilanz der Welt, was Frauenrechte und Schutz von Minderheiten und Andersdenkenden angeht, trifft in Zukunft Entscheidungen im UN-Menschenrechtsrat. Diese Art von UNO muss erneuert werden, Menschenrechte sind nur ein Aushängeschild. Sie ist lediglich der verlängerte Arm der US Interessen
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  • Kommentar von A Züger (zua)
    So so, mit diesen UNO-Nachhaltigkeitszielen lässt sich die Welt nicht retten. Diese völlig abgehobenen Bürokraten in der UNO haben sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Welt "zu retten". Dabei gäbe es in der Welt von heute doch aktuell noch viel naheliegendere "geringe" Probleme zu lösen, z.B. flüchtende Migrationen, die scheinen sie aber schon derart zu überfordern, dass sie doch besser grad auf ganze Welt gehen…
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