US-Bank Goldman Sachs: Gewinn schrumpft um die Hälfte

Die amerikanische Grossbank hat wegen Schwächen im Handel und neuer Rückstellungen für Altlasten aus der Finanzkrise im zweiten Quartal 2015 deutlich weniger verdient. Der Überschuss halbierte sich verglichen mit dem Vorjahreswert auf gut eine Milliarde Dollar.

Ein Schild mit Goldman Sachs

Bildlegende: Rückstellungen wegen zweifelhafter Geschäfte aus der Finanzkrise belasten die Bilanz. Keystone

Neue Rückstellungen wegen zweifelhafter Geschäfte aus der Zeit der Finanzkrise haben den Gewinn der US-Investmentbank Goldman Sachs im zweiten Quartal schwer belastet.

Der Überschuss halbierte sich verglichen mit dem Vorjahreswert von 2,04 Milliarden auf neu 1,05 Milliarden Dollar.

Goldman legte 1,45 Milliarden Dollar für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten wegen Hypothekengeschäften zurück. Schon vor einem Jahr hatten solche Kosten die Bilanz stark belastet.

Fusionsboom beschwingt

Im Tagesgeschäft lief es dagegen weiter rund. Hier profitierte die Grossbank vor allem vom Fusionsboom in der Wirtschaft. Goldman Sachs kann als Berater bei solchen Deals hohe Gebühren einstreichen.

So blieben die Erlöse trotz schwächerer Geschäfte im Handelsgeschäft mit Wertpapieren stabil, bei gut neun Milliarden Dollar. Die Ergebnisse im operativen Geschäft lagen über den Erwartungen von Analysten.

Zahlen auch von Citigroup

Zahlen auch von Citigroup
Am gleichen Tag wie Goldman Sachs hat auch Citigroup Zahlen vorgelegt. Die US-Bank mit Sitz in New York hat im zweiten Quartal so viel verdient wie seit acht Jahren nicht mehr. Der Überschuss kletterte auf 4,85 Milliarden Dollar, wie das drittgrösste Geldhaus der USA mitteilte. Vor Jahresfrist waren es nur 181 Millionen Dollar. Das Institut hat von Kostensenkungen und Restrukturierungsmassnahmen profitieren können.

Altlasten aus der Finanzkrise

Eigentlich haben die US-Institute die grössten Rechtsstreitigkeiten inzwischen hinter sich gelassen und können wieder nach vorne schauen. Die Bilanzen von JP Morgan und Bank of America in dieser Woche waren kaum noch von solchen Sonderfaktoren geprägt. Goldman Sachs fällt hier aus der Reihe.