US-Banken lassen auf gute Halbjahreszahlen hoffen

JP Morgen, Goldman Sachs und andere grosse US-Banken veröffentlichen dieser Tage ihre Geschäftszahlen. Diese sind zwar nicht berauschend, aber insgesamt fielen sie besser aus als befürchtet. Die Schweizer Banken werden in den nächsten Wochen ebenfalls ihre Halbjahresergebnisse präsentieren.

Ein blau-weisses Goldman-Sachs-Schild an der New Yorker Börse, im Hintergrund eine US-Flagge.

Bildlegende: Gute Vorgaben aus den USA: Banken wie Goldman Sachs schneiden besser als erwartet ab. Keystone

Unter dem Strich seien die Zahlen der grossen US-Banken gut, sagt Rainer Skierka, Bankenspezialist von J. Safra Sarasin. «Es ist erfreulich, dass man mal ein Quartal hat mit guten Vorgaben für die europäischen Banken. Wir haben bis jetzt Wells Fargo, JP Morgan, Citibank und Goldman Sachs, also das Spektrum des gesamten Bankings.»

Rund laufe es den Banken zum Beispiel im Beratungsgeschäft, stellt Analyst Skierka fest. Sie kompensierten damit zumindest teilweise das rückläufige Investment-Banking. Denn mit dem Handel von Aktien und Obligationen könnten die Banken in Zeiten rekordtiefer Zinsen nicht mehr das grosse Geld verdienen. Immerhin schrumpfte das Handelsgeschäft weniger stark als viele Marktbeobachter befürchtet hatten.

Vermögensverwaltung beult Delle im Investmenthandel aus

Andreas Venditti, Bankenspezialist von Vontobel, kommt zum gleichen Schluss: Die Ausgangslage für die Schweizer Banken sei gut. Aber auch hierzulande würden die Erträge aus dem Investment-Banking zurückgehen. «Insgesamt wird der Handel wie bei den US-Banken rückläufig sein. Aber alles in allem dürften die Ergebnisse nicht so schlecht ausfallen, wie man das noch vor ein, zwei Wochen befürchtet hatte.»

Die Schweizer Banken werden davon profitieren, dass es insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern immer mehr reiche und sehr reiche Leute gibt. Diese häufen rekordhohe Vermögen an und lassen diese gerne von Schweizer Finanzinstituten verwalten. Entsprechend fliesst den Banken viel neues Geld zu.

Lockerung des Bankgeheimnisses bereits eingepreist

Dies trotz aller Diskussionen über den automatischen Informationsaustausch und das löchrige Schweizer Bankgeheimnis. «Das Thema ist längst verarbeitet bei den Banken, sprich im Aktienpreis inbegriffen. Das wirft keine grossen Wellen mehr und sollte bei der Geschäftsentwicklung keine grosse Rolle mehr spielen», sagt Skierka.

Und weil viele Schweizer Banken – allen voran die grösste, die UBS – ihr Geld schwergewichtig im Vermögensverwaltungsgeschäft verdienen, rechnen die Marktbeobachter insgesamt mit guten Halbjahreszahlen.