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US-Minister über die Schweiz Schweizer Konzerne sind wichtig – und suchen Nähe zur Regierung

Die Schweiz spiele wirtschaftlich in den USA eine grosse Rolle, sagen Handelsminister Ross und Finanzminister Mnuchin.

Legende: Video Wilbur Ross: «Schweiz ist wichtiger Investor» (engl. Originalton) abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Vom 26.01.2018.

Bundespräsident Alain Berset war nach seinem Treffen mit Donald Trump fast schon euphorisch: Die Schweiz sei in den Augen der USA eine wichtige Wirtschaftsnation. So sei die Schweiz etwa der sechstwichtigste Investor in den USA – noch vor China, Deutschland oder Frankreich. Und die Schweizer Firmen beschäftigten dort über 500'000 Angestellte.

Schweizer Konzerne: «Grosse Player»

US-Handelsminister Wilbur Ross sieht das genau so, wie er gegenüber SRF sagt: «Die Schweiz ist ein sehr wichtiger ausländischer Investor in den USA.» Als Beispiele nennt Ross Unternehmen wie Nestlé, ABB oder die UBS . «Das sind sehr grosse Player in den USA – und diese sind willkommen.»

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Legende: Für US-Handelsminister Wilbur Ross ist der Entscheidung von Nestlé ein sehr wichtiges Zeichen. Keystone

Bei Nestlé ist Wilbur Ross sogar im Detail informiert: «Nestlé sagte mir, als ich deren CEO getroffen habe, dass sie den US-Hauptsitz nach Arlington in Virginia verlegen werden. Das gibt dort 1200 neue Jobs. Das ist ein sehr starkes Zeichen.»

Nestlé suche Nähe zu Washington

Die Sitzverlegung wäre auch deshalb ein starkes Zeichen, weil Arlington direkt neben der Hauptstadt Washington liegt. Derzeit liegt der US-Hauptsitz von Nestlé noch in Glendale in Kalifornien. «Die Tatsache, dass Nestlé näher bei der Regierung sein will, ist eine sehr gute Sache. Sie haben keine Angst vor der Regierung und rennen nicht, sondern möchten näher sein», so der US-Handelsminister.

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Legende: US-Finanzminister Stevene Mnuchin weibelte am WEF in Davos dafür, dass Unternehmen in den USA investieren. Keystone

Der US-Finanzminister Steven Mnuchin pflichtet gegenüber SRF seinem Kollegen Wilbur Ross bei: «Die Beziehung zur Schweiz ist für uns sehr wichtig. Wir machen bereits viele Geschäfte und freuen uns darauf, mehr Geschäfte zu machen.»

Guter Kontakt zu Ueli Maurer

Steven Mnuchin hat am Mittwoch Bundesrat Ueli Maurer getroffen. Der Schweizer Finanzminister erklärte im Gespräch mit SRF, dass die Beziehung zu seinem US-Kollegen sehr gut sei. Das bestätigt auch Steven Mnuchin: «Ich konnte ihn schon früher einmal treffen – und freue mich, meine Gespräche mit ihm fortzusetzen.»

Und Steven Mnuchin fügt an: «Wir haben einen guten Botschafter in der Schweiz, der sich darauf freut, mehr Geschäfte hier zu machen. Wir wollen mit allen zusammenarbeiten.» Eine Botschaft, die von den US-Vertretern 1000-fach verbreitet wurde in Davos – wohl vorgegeben von ihrem Chef und US-Präsidenten Donald Trump.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Kreuter (PalleKalle)
    Nun sollte man mal versuchen vernünftig zu sein. Die USA hatten bisher die höchsten Unternehmenssteuern, geben nun einen kräftigen Teil davon ab. Hat man, bei der Rede in Davos, nicht gehört dass DT auch das Thema Bildung angesprochen hat. Da müssen die USA kräftig investieren wenn man die Zukunft gestalten will. Das bisherige System ist so etwas von brutal und muss dringend, aber sehr dringen reformiert werden. Horrende Studiengehühren können sich nur wenige leisten.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      'Die USA hatten bisher die höchsten Unternehmenssteuern, geben nun einen kräftigen Teil davon ab.' Es hiess immer: Die Reform umfasst eine drastische Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent"... d o c h die effektive Steuerrate für Konzerne, wenn sie überhaupt zum Steuerzahlen kamen/kommen, lag b i s h e r bereits bei 15% ...
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      'Horrende Studiengehühren können sich nur wenige leisten' und damit die wohl höchste Verschuldung der Student*Innen. Das ist für die aktuelle Regierung, die nur den Konzernen, den Reichen zudient, nur recht. Die haben absolut kein Interesse daran, eine gute Bildung für alle zu implementieren. Wie im Gesundheitswesen, die wollen das Versicherungsbusiness rentiert und nicht, dass es den Menschen gut geht. Die T45-Wähler*Innen sind zur Zeit noch im State of total Denial.
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  • Kommentar von Johannes Rösinger (JohMuc)
    HM für mich gerade komisch: USA/ Schweiz Import/Export: 7 zu 13,5% Und nun EU/Schweiz Import/Export: 73,13 zu 54,7% des Handelvolumens der Schweiz. 18% der Exporte der Schweiz gehen nach Deutschland als größter Abnehmer der Schweiz. Kann man ja mal ignorieren im Trump Hype ;-)
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Nestlé sagte mir, als ich deren CEO getroffen habe, dass sie den US-Hauptsitz nach Arlington in Virginia verlegen werden' wem nach solchen Aussagen immer noch nicht klar ist, dass Konzerne höchst flüchtige Gebilde sind und jede Region, Kanton, Staat, die ihre Steuerpolitik nach diesen richtet und sich mit den üblichen Argumenten der Arbeitsplatzbeschaffung erpressen lässt, handelt eigentlich bewusst gegen besseres Wissen und nimmt die Verantwortung gegenüber Ort und Leute nicht wahr.
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