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Wirtschaft Verdacht auf Kursmanipulation – die Weko handelt

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat gegen vier Schweizer Geldinstitute ein Verfahren wegen unerlaubter Absprachen bei Devisenkursen eröffnet. Nach dem Libor-Skandal ist dies bereits der nächste grosse Manipulationsvorwurf, der am Vertrauen der Banken kratzt.

Legende: Video Weko untersucht Manipulationen der Wechselkurse abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.03.2014.

Der Verdacht bestand schon lange. Nun hat die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) eine definitive Untersuchung angeordnet. Im Zentrum stehen vier Schweizer Banken, darunter die UBS, Credit Suisse, Zürcher Kantonalbank und Julius Bär.

Allerdings stehen auch vier internationale Grossbanken auf der Liste – JP Morgan, Citigroup, Barclays und die Royal Bank of Scotland. Die Weko schliesst nicht aus, dass bei den angeblichen Abreden weitere Banken und Broker beteiligt waren.

Den Banken wird vorgeworfen, sie hätten Devisenkurse manipuliert. Verantwortliche der Banken hätten untereinander vertrauliche Informationen ausgetauscht, Transaktionen koordiniert und Preisniveaus abgesprochen. Die Weko geht davon aus, dass die wichtigsten Währungen betroffen sind.

Absprachen im Promillebereich

Bei den Manipulationen handelt es sich zwar nur um Absprachen im Promillebereich. «Da im Devisengeschäft allerdings täglich mehrere Billionen US-Dollar ihre Besitzer wechseln und wenn solche Manipulationen dann auch noch über längere Zeit erfolgen, können auf diese Weise grosse Geldbeträge erschlichen werden», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi. Um wie viel Geld es bei den konkreten Verdachtsfällen geht, kann die Weko noch nicht sagen.

Von den betroffenen Banken reagierte die Credit Suisse besonders heftig und schrieb, die Vorwürfe seien zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht und rufschädigend. Die Weko hat aber in der Voruntersuchung konkrete Anhaltspunkte gegen alle von ihr aufgeführten Banken gefunden. «Sonst könnte die Weko keine Untersuchung eröffnen», hiess es von der Kommission.

Auch andere Behörden in andern Ländern gehen den Unregelmässigkeiten nach. «Weil die Untersuchung international läuft, kann es sein, dass es längere Zeit dauert, bis diese abgeschlossen ist», so Bonanomi. Der Weko-Direktor sprach von mindestens 18 Monaten.

Weltweit bereits 30 Händler entlassen

Derweil ziehen auch die Banken ihrerseits die Konsequenzen. Erst letzte Woche soll die UBS laut Medienberichten sechs Devisenhändler wegen des Verdachts auf Manipulationen freigestellt haben, davon drei in New York, zwei in Zürich und einen in Singapur. Gemäss der britischen «Financial Times» sind im Zusammenhang mit den Untersuchungen insgesamt bereits 30 Händler bei rund einem Dutzend Banken suspendiert oder entlassen worden.

Legende: Video Die UBS-Führung muss kritische Fragen gefallen lassen abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 31.03.2014.

Für Wirtschaftsexperte Reto Lipp können sich die UBS-Chefs nicht so leicht aus der Affäre ziehen: «Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, ist dies für das Führungsduo Axel Weber und Sergio Ermotti ziemlich problematisch.» Beide waren zum Zeitpunkt der kritisierten Devisengeschäfte schon im Amt. «Sie stehen demnach konkret in der Verantwortung.»

Auch für die ZKB komme der Fall zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. In der kommenden Woche wird im Zürcher Kantonsrat eine Kapitalaufstockung für die Bank verhandelt. Unter diesen Vorzeichen könnte das sehr kritisch beurteilt werden.

Die Reaktion der Banken

  • Bank Credit Suisse.
    Legende: . Keystone

    Credit Suisse reagiert befremdet

    Die Credit Suisse reagiert heftig auf die Tatsache, dass sie ebenfalls Gegenstand der Weko-Untersuchung ist. Die Bank habe den Inhalt der heutigen Pressemitteilung der Weko «mit Befremden zur Kenntnis genommen», schreibt die Grossbank. Die CS sei nicht Gegenstand der bei anderen Bankinstituten durchgeführten Vorabklärungen der Weko gewesen. Die Pressemitteilung der Wettbewerbsbehörde enthalte folglich Informationen bezüglich der Bank, welche nicht zutreffen würden. Man werde mit den Behörden aber kooperieren.

  • Bank UBS.
    Legende: . Keystone

    UBS hat Massnahmen ergriffen

    Die Grossbank schreibt in ihrem Geschäftsbericht, sie arbeite mit den Behörden zusammen. «Die UBS hat im Zuge ihrer andauernden Prüfung Massnahmen gegenüber bestimmten Mitarbeitern ergriffen und wird diese auch weiterhin ergreifen», so die Bank.

  • Bank Julius Bär
    Legende: . Keystone

    Julius Bär sieht kein Fehlverhalten

    «Umfangreiche interne Untersuchungen, die vor einigen Monaten durchgeführt wurden, lassen nicht auf ein marktmissbräuchliches Verhalten der Bank schliessen», erklärt Julius Bär auf Anfrage von SRF News Online. Die Bank werde die Abklärungen der Weko unterstützen. Das Institut ist im Devisenhandel primär auf vermögende Privatkunden ausgerichtet.

  • Bank ZKB.
    Legende: . Reuters

    ZKB marginal beteiligt

    Die Zürcher Kantonalbank schreibt, sie wolle mit der Weko kooperieren. Mit einem Umsatzanteil am Devisenkassamarkt von etwa 0,2 Prozent spiele die ZKB im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Sachser, Basel
    Jö, die geringen Bussen. Womöglich kostet es am Ende 30'000 Fränkli... 10% vom umsatz kratzt keine Bank, das stecken die Kunden locker weg, das Geschäft rentiert sich bei solchen Minimalbussen sehr. man hat mehrere Milliarden vorwärts gearbeitet, da sind einem die Milliönchen der Busse Wurst... Am Ende bezahlt der Bankkunde. Er hätte einen Zinssatz von 4% zu gute, täten die Banker nicht alles für sich benötigen.
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Bank"Geschäfte" sind ohne Gaunereien offenbar nicht möglich. Der einfache, ehrliche Bürger ist, wieder mal, der Dumme. Umdenken angesagt.
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  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Immer wenn üble Machenschaften von Banken ans Tageslicht kommen, stehen die Namen UBS und CS an erster Stelle! Das Gebaren dieser "Institute" ist wirklich unter aller ......
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