Verkauf von Bioprodukten bei Coop im Hoch

Die Bilder von gestriegelten Kühen, grünen Wiesen und herumtollenden Ferkeln haben ihr Ziel nicht verfehlt: Coop hat im letzten Jahr mit den Bioprodukten erstmals über eine Milliarde Franken umgesetzt. Und will noch mehr. Doch liegt überhaupt noch mehr drin?

Eingang in eine Coop-Filiale.

Bildlegende: Coop präsentiert positive Zahlen und expandiert. Ende 2013 gab es 2162 Verkaufsstellen, 34 mehr als vor Jahresfrist. Keystone

Die Strategie habe sich ausbezahlt, sagt Joos Sutter, Geschäftsführer von Coop. Vor über 20 Jahren ist Coop als erste Detailhändlerin in den Biomarkt eingestiegen. Joos zeigt sich erfreut, dass Coop die Einmilliardengrenze beim Umsatz mit Bioprodukten erstmals knacken konnte. «Ich bin wirklich sehr stolz. Wir sind 15 Prozent gewachsen und dies als klarer Marktführer.»

Wenn es nach Joos Sutter geht, soll das Wachstum im Biobereich noch weiter gehen. «Es ist nicht nur die Sortimentbreite, die es ausmacht. Grundsätzlich ist, dass mehr Konsumenten diese Artikel kaufen.»

Die Nachfrage nach Bioprodukten nehme in der Tat stets zu, sagt Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Beim Angebot an Bioprodukten hapert es allerdings. «Die Produktion stagniert. Das führt dazu, dass immer mehr Produkte aus dem Ausland importiert werden.»

Weniger Import – mehr Schweizer Bioprodukte

Für mehr Schweizer Bioprodukte bräuchte es mehr Biobauern, sagt auch Urs Brändli vom Verband der Schweizer Biobauern Biosuisse: «Mit dem permanenten Anstieg der letzten Jahre haben die Konsumenten gezeigt, dass sie Bioprodukte wollen. Jetzt ist es an den Bauern zu handeln, und sich auf diese Nachfrage einzustellen.»

Auch Coop möchte in Zukunft noch mehr Schweizer Bioprodukte anbieten können, sagt Joos Sutter: «Wir sind froh über jeden Bauern, der Biobauer wird. Wir versuchen, diese Rohstoffe in der Schweiz zu sichern.» Coop arbeite deshalb weiterhin stark mit Biosuisse und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau zusammen.

Grössere finanzielle Anreize

Um noch mehr Bauern für den Bioanbau zu gewinnen, bräuchte es noch grössere finanzielle Anreize bei den Direktzahlungen, vermutet Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau: «Weiter ist noch eine gewisse Angst vorhanden, dass man zu grosse Risiken eingeht. Die integrierte und die konventionelle Produktion haben viel mehr Möglichkeiten zu reagieren, wenn etwas schief geht – zum Beispiel mit Dünge- oder Pflanzenschutzmittel.»

Niggli hofft, dass mit der neuen Agrarpolitik des Bundes vermehrt Bauern auf Biobetrieb umstellen. «Die Berechnungen zeigen, dass die Biobauern vom neuen Direktzahlungssystem eher profitieren. Denn sie können noch andere Leistungen in den Bereichen Tier- und Umweltschutz abholen.»

Und mit steigendem Angebot dürften die Preise sinken. Denn die ganze Produktion, das Verpacken und der Transport wird bei grösseren Produktionsmengen billiger. Und je günstiger die Produkte, desto mehr wird verkauft. Das dürfte auch Coop freuen, und der Detailhändlerin im Biobereich in Zukunft noch mehr Wachstum bringen.

Mehr Gewinn

Der Detailhändler Coop hat im letzten Jahr Gewinn und Umsatz gesteigert. Der Gewinn stieg 2013 um rund zwei Prozent auf 462 Millionen Franken. Der Umsatz nahm um knapp ein Prozent zu, auf 27 Milliarden Franken. Dieses Ergebnis sei trotz teilweise tieferer Preise und trotz Einkaufstourismus erreicht worden, schreibt Coop.