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Abgasskandal VW vor milliardenschwerer Einigung mit US-Behörden

Legende: Video VW steht vor Einigung mit den US-Behörden abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der VW-Konzern will den Streit mit dem US-Justizministerium beilegen.
  • Ein Entwurf für einen Vergleich sieht Strafzahlungen von rund 4,3 Milliarden Dollar vor.
  • Vorstand und Aufsichtsrat von VW müssen dem Entwurf noch zustimmen. Er ist teilweise auch ein Schuldeingeständnis.

Volkswagen muss im Abgasskandal in den USA weitere Milliarden auf den Tisch legen. In Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sieht ein Entwurf eines Vergleichs Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vor, teilte VW mit.

Man befinde sich in «fortgeschrittenen Gesprächen» mit dem US-Justizministerium sowie der US-Zollbehörde. Ziel der Gespräche sei der Abschluss von Vergleichsvereinbarungen über die Beilegung bestimmter strafrechtlicher Untersuchungen und bestimmter zivilrechtlicher Bussenverfahren.

Entwurf enthält auch Schuldeingeständnis

VW hat zur Bewältigung des Abgasskandals bereits rund 18 Milliarden Euro zurückgestellt. Diese Summe wird aber laut VW voraussichtlich nicht reichen. Wie hoch die Belastung sich auf das Jahresergebnis 2016 auswirkt, lasse sich aber noch nicht sagen.

Im Vergleichsentwurf mit den USA sind Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vorgesehen. Zusätzlich sei auch ein Schuldeingeständnis von VW in Bezug auf bestimmte US-Strafvorschriften im Vergleich enthalten.

Am Mittwoch wollen VW-Vorstand und -Aufsichtsrat dem Vergleich zustimmen. Auch die zuständigen US-Gerichte müssen den Vergleich noch billigen.

Einigung mit Privatklägern

VW hatte in den USA bereits einen zivilrechtlichen Vergleich mit Klägern und Behörden erzielt. Dieser sah unter anderem vor, Autos zurückzukaufen, Entschädigungen und Reparaturen zu zahlen. Diese Vergleiche kosten Volkswagen bereits über 16 Milliarden Dollar.

Der Autobauer hatte im September 2015 eingeräumt, die Software von Motoren für bessere Abgastestergebnisse bei Dieselautos manipuliert zu haben. Die Klagen in den USA haben den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Als Folge hatte VW einen grundlegenden Konzernumbau eingeleitet.

VW-Manager verhaftet

Bereits am Montag war neuer Ärger für VW in der Dieselaffäre bekanntgeworden. Die Bundespolizei FBI wirft der VW-Konzernspitze Vertuschungen im Skandal vor. In Miami im Bundesstaat Florida wurde einen deutschen Staatsangehörigen festgenommen. Auch für weitere Manager des VW-Konzerns in den USA könnte der Skandal noch strafrechtliche Folgen haben.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Jegliche kriminellen Handlungen von grosasen, mächtigen Firmen, werden mit Geld abgetan....Was für schäbige, kriminelle, verantwortungslose, habgierige, skrupellose Vorbilder für die Jungen...
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Der Aktienkurs von VW ist wieder steigend, was ein Hinweis ist oder sein kann, dass sich die Top-Manager erfolgreich freigekauft haben. Natürlich werden der Welt einige Bauernopfer präsentiert, um die grosse Angelegenheit in Nebel zu hüllen. Man bedauert und gibt sich reumütig. Welch eine groteske Komödie auf Kosten der Angestellten und dem Grossteil der Kunden.
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  • Kommentar von John Doe (johndoe)
    Warum wird unser Justizdepartement nicht aktiv? Wir koennten auch einen Vergleich fordern oder VW einfach den Marktzugang verbieten.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      VW hat Kalifornische Gesetze in Sachen Verbrauch und Strafzöllen bewusst und mit einem geschickten Betrug verletzt. Hierzulande hat VW keine falschen Angaben zum Verbrauch gemacht wurden, da die hiesigen Richtlinien, im Gegensatz zu den Richtlinien in Kalifornien, den EU-Standard als massgebend anschauen. Diesen EU-Standard hat VW ganz klar eingehalten.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Das alles zusammen rechtfertigt nicht die Zerschlagung des VW-Konzerns - und damit eine enorme Schädigung der gesamten europäischen Autoindustrie. Letztendlich sind zehntausende Arbeitsplätze in Europa bedroht. "Freunde" gehen nicht so miteinander um - genauso, wie "Freunde" einander nicht aushorchennn Merkel sagte einmal "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht..." Komische Freunde!
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  • Kommentar von Chasper Stupan (kritischabündner)
    Einfach unglaublich diese Zahlen. Und willkommen in der modernen moralfreien Welt. Die einen bescheissen (VW), die anderen erpressen (USA) wobei die Strafzahlung natürlich nur die US-Staatskasse füllt ... die Entschädigung für die Kunden fällt dann doch meistens sehr bescheiden aus (ausser in den USA) - fairer wäre, eine weltweit einheitliche Entschädigung zu zahlen. ... ach ja, irgendwie kann ich auch kaum glauben, dass die anderen Hersteller nicht bescheissen.
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