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Wirtschaft Weil-Prozess: Verteidigung macht Kronzeugen zum Sündenbock

Im Kreuzverhör mit dem Zeugen Martin Liechti ist es im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Manager Raoul Weil zu hässlichen Szenen gekommen. Wortklauberei und verbale Attacken prägten am Freitag die Befragung.

Im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Manager Raol Weil hat ihn sein früherer Mitarbeiter Martin Liechti schwer belastet. Dabei gerieten sich der Hauptzeuge und Weils Anwalt vor Gericht in die Haare.

Liechti behauptet, seine drei engsten Arbeitskollegen, sein Vorgesetzter Raoul Weil, der spätere Konzernchef der UBS Marcel Rohner, sowie der spätere Verwaltungsratspräsident der UBS Peter Kurer, seien jederzeit auf dem gleichen Wissensstand gewesen wie er selber.

Geschworene entscheiden in ein paar Wochen

Der Verteidiger machte den Zeugen jedoch zum alleinigen Sündenbock. Weils Anwalt Matthew Menchel warf dem Zeugen vor, er habe Weil vorgegaukelt, es sei alles unter Kontrolle.

Bei wem am Ende der Schwarze Peter hängen bleibt, werden die Geschworenen entscheiden. Der Prozess dürfte noch zwei bis drei Wochen dauern.

Twitter-Tagebuch zum Prozess

Twitter-Tagebuch zum Prozess

Beat Soltermann, USA-Korrespondent von Radio SRF, ist in Florida und beobachtet den Prozess gegen Raoul Weil. Seine Eindrücke schildert er auf Twitter. Zum Tagebuch.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Treichler, Honolulu
    Der modus operandi wurde wahrscheinlich den Amerikanischen Rechtsberatern verheimlicht, so dass keine offiziellen Warnsignale empfangen werden mussten. Man operierte ohne Lizenz, brach Steuergesetze und operierte in Amerika "unter dem Radarschirm". Mit der Uebernahme von Paine Webber hat die UBS sich verpflichtet alle Aktivitaeten in Amerika gemaess Amerikanischen Gesetzen abzuwickeln. Diese Vereinbarung wurde bewusst gebrochen. Deshalb die Bussen, die in der Schweiz auch erteilt wuerden.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Das ist ja eine lustige Führungsriege: Keiner hat etwas gewusst, keiner etwas getan und dann war erst noch ein anderer verantwortlich. Wenn die den Bonus erhalten, immer schön vom höchsten Betrag an abwärts, lässt jeder dem anderen den Vortritt .... (Keiner hat ihn verdient!)
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  • Kommentar von Thomas Treichler, Honolulu
    Wie kommt es überhaupt dazu dass ein ehemaliger Bankstift ohne besonderen Bildungsbackground für das gesamte grenzüberschreitende Private Banking in den USA verantwortlich gemacht wird? Könnte es sein dass man das absichtlich so machte in voller Kenntnis der illegalen Machenschaften, damit von ihm intern nach oben weniger juristische Bedenken geäussert wurden und die Geschäfte so weitergeführt werden konnte? Interessat ist auch dass offenbar nie ein U.S. Rechtsgutachten eingeholt wurde.
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    1. Antwort von Paul Beaumont, Pfaeffikon
      Der ehemalige Bankstift war Chef des Bankvereins und hat die Fusion mit der Bakgesellslchaft (in klaeglichem Zustand durch Missmanagement) eingeleitet, hat dann die Fuehrung der neuen UBS uebernommen und die ehemaligen Bankgesellen ausgeschaltet. Er war verantwortlich fuer die Ausrichtung der UBS. Also nichts gewusst und am meisten verdient!!!! Im Bankgeschaeft scheint diese Variante ueberall vorhanden zu sein.
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