Weil-Prozess: Verteidigung macht Kronzeugen zum Sündenbock

Im Kreuzverhör mit dem Zeugen Martin Liechti ist es im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Manager Raoul Weil zu hässlichen Szenen gekommen. Wortklauberei und verbale Attacken prägten am Freitag die Befragung.

Im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Manager Raol Weil hat ihn sein früherer Mitarbeiter Martin Liechti schwer belastet. Dabei gerieten sich der Hauptzeuge und Weils Anwalt vor Gericht in die Haare.

Liechti behauptet, seine drei engsten Arbeitskollegen, sein Vorgesetzter Raoul Weil, der spätere Konzernchef der UBS Marcel Rohner, sowie der spätere Verwaltungsratspräsident der UBS Peter Kurer, seien jederzeit auf dem gleichen Wissensstand gewesen wie er selber.

Geschworene entscheiden in ein paar Wochen

Der Verteidiger machte den Zeugen jedoch zum alleinigen Sündenbock. Weils Anwalt Matthew Menchel warf dem Zeugen vor, er habe Weil vorgegaukelt, es sei alles unter Kontrolle.

Bei wem am Ende der Schwarze Peter hängen bleibt, werden die Geschworenen entscheiden. Der Prozess dürfte noch zwei bis drei Wochen dauern.

Twitter-Tagebuch zum Prozess

Twitter-Tagebuch zum Prozess

Beat Soltermann, USA-Korrespondent von Radio SRF, ist in Florida und beobachtet den Prozess gegen Raoul Weil. Seine Eindrücke schildert er auf Twitter. Zum Tagebuch.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der ehemalige UBS-Banker Martin Liechti geht ins Gerichtsgebäude in Fort Lauderdale am 23. Oktober 2014.

    Weil-Prozess: Wenn Manager weinen

    Aus Echo der Zeit vom 24.10.2014

    Martin Liechti, der einstige Chef des Amerikageschäfts bei der UBS, stand gestern als Kronzeuge der Anklage seinem Ex-Chef Raoul Weil gegenüber. Er ist in Tränen ausgebrochen. Gespräch mit US-Korrespondent Beat Soltermann in Fort Lauderdale.

    Peter Voegeli