Weltbank – dunkle Wolken über globaler Konjunktur

Neue Turbulenzen bedrohen die Weltwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltbank in ihrem jüngsten Bericht über die Aussichten der globalen Ökonomie. Insbesondere aufstrebende Volkswirtschaften könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Eurozone hingegen stehe vor einer stärkeren Erholung.

Wolken über Industrieanlage

Bildlegende: Dunkle Wolken sieht die Weltbank über der globalen Wirtschaft heraufziehen. Reuters

In der Eurozone läuft die Wirtschaft nach Ansicht der Experten der Weltbank deutlich runder. Enttäuscht zeigen sie sich dagegen von den Entwicklungsländern. Diese müssten sich angesichts steigender US-Zinsen gegen Turbulenzen rüsten.

Sorgen um Entwicklungsländer

Die Wirtschaft in der Eurozone erholt sich nach Einschätzung der Weltbank schneller als erwartet. Das Wachstum werde in diesem Jahr 1,5 Prozent betragen, errechnete die UNO-Organisation in ihrer neuen globalen Konjunkturprognose, die am Mittwochabend in Washington veröffentlicht wurde.

Sorgen macht sich das Institut um die Entwicklungs- und Schwellenländer. Vor allem die bevorstehende Leitzinserhöhung in den USA könnte vielen grosse Probleme bereiten.

Wachstumsprognose reduziert

Zurückgenommen hat die Weltbank vor diesem Hintergrund ihre Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft und gleichzeitig vor Turbulenzen in der Zukunft gewarnt. «Wir empfehlen den Ländern, vor allem den aufstrebenden Volkswirtschaften, die Sicherheitsgurte anzulegen», sagte der Chefvolkswirt der Weltbank, Kaushik Basu, in Washington.

Der US-Notenbank würde er empfehlen, ihre Leitzinsen eher im nächsten Jahr als noch in diesem anzuheben. Dies sei aber seine persönliche Ansicht, nicht die der gesamten Weltbank.

«Schwierigeres Umfeld»

Die Weltwirtschaft werde 2015 um 2,8 Prozent zulegen, erklärte die Weltbank. Damit revidierte sie ihre letzte Schätzung vom Januar um 0,2 Prozentpunkte nach unten. Für 2016 und 2017 rechne sie mit einem Plus von 3,3 sowie 3,2 Prozent.

Angetrieben werde die Konjunktur wieder mehr und mehr von den reichen Staaten. «Die Entwicklungsländer waren ein Motor des globalen Wachstums nach der Finanzkrise, aber jetzt müssen sie mit einem schwierigeren Umfeld zurechtkommen», sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Schwacher Euro hilft

In der Eurozone helfe der schwache Euro der Exportwirtschaft. Positiv wirke sich auch der sinkende Ölpreis aus, der zu mehr Konsumausgaben führe. Auch niedrige Zentralbankzinsen und eine bessere Kreditvergabe trügen zum Plus bei.

Zuletzt waren die Weltbank-Ökonomen noch von 1,1 Prozent Wachstum ausgegangen. Im Vorjahr lag es bei 0,9 Prozent. Für 2016 rechnet der Entwicklungshelfer mit einem Plus in der Währungsunion von 1,8 Prozent. 2017 soll es bei 1,6 Prozent liegen.