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Wirtschaft Wie «geplant»: Chinas Wirtschaft wächst langsamer

Das Wirtschaftswachstum in China ist im letzten Jahr auf den tiefsten Stand seit 1990 gefallen: Der Zuwachs des Brutto-Inlandprodukts betrug für chinesische Verhältnisse tiefe 6,9 Prozent.

Xi spricht in Mikrofone, er sitzt vor einem orangen Tuch.
Legende: Staatschef Xi Jinping verordnet eine Stabilisierung des Wachstums. Imago

Das Wachstum in China ist im vergangenen Jahr auf unter 7 Prozent gefallen. Das ist der niedrigste Zuwachs seit 25 Jahren, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Im vierten Quartal sei die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt sogar nur noch um 6,8 Prozent gewachsen.

Die Entwicklung im vergangenen Jahr lag damit am unteren Ende der Vorgabe der Regierung von «rund 7 Prozent». Im Vorjahr war die Wirtschaft noch um 7,3 Prozent gewachsen.

«Neue Normalität»

Trotz des geringeren Wachstums und der Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten hält Chinas Staats- und Parteichef die langfristigen Grundlagen der chinesischen Wirtschaft für tragfähig. In der «neuen Normalität» mässige sich das Wachstum, so dass die Wirtschaft strukturell angepasst und die Triebkräfte verlagert werden müssten, sagte Xi Jinping vor der Bekanntgabe der Zahlen für 2015.

Die Wirtschaft müsse sich stärker auf heimischen Konsum, den Dienstleistungssektor und Innovation stützen, so Xi Jinping. Kurzfristig müsse das Wachstum «stabilisiert» werden.

Experten erwarten weiteren Rückgang

Angesichts der wachsenden Schuldenlast, einer Immobilienblase und Überkapazitäten erwarten Experten im laufenden Jahr jedoch einen weiteren Rückgang des Wachstums in China. Viele ziehen auch die offiziellen Zahlen in Zweifel und gehen von lediglich 4 bis 6 Prozent Wachstum aus.

Die schlechten Aussichten für China, das in den vergangenen Jahren zu rund einem Drittel zum globalen Wachstum beigetragen hat, haben in den vergangenen Wochen zu heftigen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten geführt.

Legende:
Das chinesische Wirtschaftswachstum Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsproduktes der letzten Jahre in Prozent. Weltbank

10 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Bis heute unterliegen Veröffentlichungen einer strengen Zensur. Immer wenn die Behörden verkünden, dass unser Land die meisten Bücher und Zeitungen herausbringt, denke ich mir, dass unser Land auch das meiste Klopapier produziert." - Li Chengpeng (18.11.2012, an der Peking Universität. Der ganze Redetext wurde per Netz rasch verbreitet, aber auch ständig gleich wieder gelöscht von fleissigen "Staatsmännchen", aber sie konnten die trotzdem nicht ganz bodigen. Sie tauchte sogar in Europa auf)
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Ursula Schüpbach: Das Verbot von Hassreden gegen das eigene Volk ist in jedem Fall sinnvoll. Sie nennen es "Zensur", ich nenne es Einforderung von Respekt gegen das eigene Volk, was der "Westen" neu zu lernen hat !
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Manche Schweizer prahlen, bis es "chlepft"... Und wenn ich "explodiere", will ich dann auch, dass man schreibt, die Volksseele koche...
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "...so Xi Jinping. Kurzfristig müsse das Wachstum «stabilisiert» werden." Der sagt ja auch immer das gleiche. Dabei ist China ein Politzwerg, was z.B. demokratische Wahlen betrifft. Und Li Chengpeng sagte mal (sinngemäss): China brauche nicht die zweigrösste Volkswirtschaft der Welt zu sein, China brauche auch keinen neuen Flugzeugträger, sondern China brauche lediglich eine Zeitung, die die Wahrheit sage.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Ursula Schüpbach: China hat eine Partei, die das Wohl des eigenen Volkes als Ziel hat. Wo frage ich Sie, gibt es das im "Westen" noch? Wozu Parteien, die zu nichts taugen ? In dem Sinne ist ein Einparteiensystem demokratischer, als ein Mehrparteiensystem das das Volk nicht partizipieren lässt und bloss Fassade einer herrschenden Investoren-Diktatur ist !
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Es ist sowieso ein Unding das Wirtschaftswachstum in Prozenten zu messen. Bei 7% jährlichem Wachstum verdoppelt sich die Wirtschaftsleistung innert 10 Jahren, innert 16 Jahren verdreifacht sie sich und innert 21 Jahren vervierfacht sie sich. Dass dieses Schneeballsystem nicht endlos weitergehen kann dürfte wohl klar sein.
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