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Wirtschaft Wirtschaft der Eurozone verliert überraschend an Schwung

Die Wirtschaft in der Eurozone hat im zweiten Quartal überraschend an Schwung eingebüsst. Insbesondere Frankreich und Italien schwächelten. Immerhin: das krisengeplagte Griechenland profitierte von einer starken Tourismussaison.

Legende: Video Schwächelnde Eurozone abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.08.2015.

Das Bruttoinlandprodukt in der Eurozone wuchs von April bis Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. In den beiden Vorquartalen hatte es noch zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. Vor allem die grossen Euroländer schnitten unterschiedlich ab.

Deutschland profitiert von Exporten

Deutschland als grösste Volkswirtschaft gewann leicht an Schwung und wuchs um 0,4 Prozent. Die Exportnation profitiert dabei seit Monaten vom schwachen Euro. Das macht Waren ausserhalb des Euroraums günstiger. Demnach stiegen die Exporte nach vorläufigen Berechnungen viel stärker als die Importe. Zudem begünstigte der niedrige Ölpreis die Unternehmen und stärkte die Kaufkraft der Konsumenten. Gebremst wurde das Wachstum im zweiten Quartal hingegen durch schwache Bruttoinvestitionen: Insbesondere die Investitionen in Bauten gingen zurück.

Frankreich stagniert

Der schwache Euro und die niedrigen Energiepreise konnten hingegen Frankreich nicht zu Wachstum verhelfen. Europas Nummer 2 kam nach starkem Jahresauftakt nicht vom Fleck, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Das Land kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit und Reformstau. In den Monaten Januar bis März hatte die französische Wirtschaft verglichen mit dem Vorquartal noch um 0,7 Prozent zugelegt.

In Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone, schwächte sich das Wachstum auf 0,2 Prozent ab. Der Dienstleistungssektor erfuhr ein Wachstum, während die Industrie stagnierte und die Landwirtschaft sogar schrumpfte.

Dennoch sind die Aussichten positiv: Nach drei Jahren Rezession sagt die EU-Kommission Italien für 2015 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent voraus.

Griechenland profitiert vom Tourismus

Ausgerechnet Griechenland hängte die grossen Drei ab: Das krisengeplagte Land schaffte ein Plus von 0,8 Prozent, wozu wohl eine starke Tourismussaison beitrug. Zudem wiesen Ökonomen darauf hin, dass viele Griechen aus Sorge vor Kapitalbeschränkungen im zweiten Quartal mehr gekauft hätten und die Detailhandelsumsätze deshalb gestiegen seien. Für das Gesamtjahr zeigen die Prognosen allerdings keine Erholung aus dem tiefen Tal an, in dem die Wirtschaft des hochverschuldeten Landes seit Jahren steckt.

In Spanien legte das Bruttoinlandprodukt um 1,0 Prozent zu. Nur Lettland kam mit 1,2 Prozent auf ein grösseres Wachstum. Innerhalb der Euro-Zone wies einzig Finnland mit 0,4 Prozent ein Minus aus.

Die Aussichten für die Eurozone bleiben insgesamt gedämpft. Besonders der Exportaufschwung ist trotz des billigeren Euro gefährdet. Grund dafür ist die schlappe Weltwirtschaft. So sorgte China zuletzt mit schwachen Konjunkturdaten, Börsen- und Währungsturbulenzen für negative Schlagzeilen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. (Sir Winston Churchill)
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    1. Antwort von Hans Koller, Belp
      Traue keiner Statistik die nicht deinen Vorstellungen entspricht (Sir Hans Koller)
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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    Also, für mich kam das nicht "überraschend". Bin ich jetzt ein besserer Wirtschaft-"Wissenschaftler"? Vor allem aber: Was sind denn bitte 0.3, 0.4 oder "sogar" 1 (ganzes!!) Prozent für ein wirschaftlicher (Auf-) Schwung??? Geht's noch? Das dürfte doch deutlich unter der statistischen Fehlergrenze liegen! Unglaublich, welcher Unsinn von diesen "Wissenschaftlern" und ihren Statistikern (Statisten?) im Auftrag der EU-Politik verbreitet wird und uns eingeredet werden soll! Alles Lüge!
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Hahaha! Der ist dann gut!! ÜBERRASCHEND vielleicht zwar für HSG-Absolventen, aber keineswegs für Leute mit gesundem Menschenverstand!Also wenn 1 Arbeiter in China im Monat nicht viel mehr verdient,als1Handwerker hier in einerStunde, braucht man doch nicht studiert zu haben,um zu erkennen,welche Stunde es geschlagen hat. Reichtum wird normalerweise durch ARBEIT erworben, nicht aber durch Betrug, Staatsterrorismus, Bedrucken von Papier, Wichtigtuerei oder Vetternwirtschaft zwischen den Gewalten.
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