Zum Inhalt springen

Yellens letzte Fed-Sitzung US-Notenbank ändert Leitzins vorläufig nicht

  • Die Federal Reserve belässt den US-Leitzins in einer Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent. «Schrittweise weitere» Zinserhöhungen sind aber im März zu erwarten.
  • Der Offenmarktausschuss der Fed tagte ein letztes Mal unter Leitung von Notenbank-Chefin Janet Yellen. Sie wird von Jerome Powell abgelöst.
  • Eine grundsätzliche Trendwende bei der US-Geldpolitik unter Powell erwarten Ökonomen nicht.
Janet Yellen schüttelt Jerome Powell die Hand.
Legende: Janet Yellen (L) gratuliert Jerome Powell bei seiner Vereidigung als Mitglied des Fed-Ausschusses. Reuters

Die US-Notenbank hält den Leitzins konstant. Der geldpolitisch massgebliche Zinssatz wird vorerst in der Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent beibehalten, wie die Federal Reserve mitteilte. Der Offenmarktausschuss der Fed entschied dies in seiner letzten Sitzung unter Leitung von Notenbank-Chefin Janet Yellen. Die Entscheidung war an den Märkten erwartet worden.

Doch die Währungshüter bereiten bereits den Boden für eine Anhebung vor und teilten mit, dass angesichts des Aufschwungs «schrittweise weitere» Zinserhöhungen nötig sein würden. Die Fed hatte ihre Zinsen zuletzt im Dezember um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Jerome Powell übernimmt von Yellen

Notenbankchefin Yellen gibt die Leitung der US-Zentralbank Ende Woche an ihren Nachfolger Jerome Powell ab. US-Präsident Donald Trump hatte den Vertrag Yellens nicht verlängert. Sie war unter Barack Obama 2014 in das Amt gekommen.

Die 71 Jahre alte Professorin Yellen kann auf eine erfolgreiche Zeit als Notenbank-Chefin zurückblicken. Die meisten Aktienindizes haben sich während ihrer Amtszeit deutlich nach oben entwickelt. 2015 leitete sie die Normalisierung der US-Geldpolitik ein, nachdem die Zinsen lange praktisch bei Null Prozent lagen. Inzwischen kam es zu fünf moderaten Leitzins-Erhöhungen.

Jerome Powell gilt als massvoller und moderater Notenbanker, der das besondere Vertrauen von US-Finanzminister Steven Mnuchin geniesst. Er muss bei praktischer Vollbeschäftigung in den USA verhindern, dass die Wirtschaft überhitzt. Vor allem, weil die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump die Konjunktur weiter befeuern wird. Mit einem Infrastrukturprogramm will Trump 1,5 Billionen Dollar Steuergelder in die US-Wirtschaft pumpen.

Kaum grosse Kursänderung

Bei den Investoren an der Börse gilt Powell als Garant der Stabilität. Er war zuletzt Mitglied im Führungsgremium der Fed und hat die geldpolitischen Entscheidungen unter Yellen unterstützt.

Eine grundsätzliche Trendwende bei der Geldpolitik erwarten Ökonomen nicht. Auch die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Fed-Entscheidungen. Der Eurokurs gab etwas nach und fiel zeitweise unter die Marke von 1,24 US-Dollar. Die US-Aktienmärkte verringerten etwas ihre vorherigen Gewinne.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Silvan Zellberger (vorwärtsstattstillstand)
    Könnte der wirtschaftliche Aufschwung in den USA nicht auch einwenig der Verdienst von Yellen sein? Oder meint Trump wirklich, er sei das Mass aller Dinge? Ich denke Yellen hat in schweren Zeiten einen guten Job gemacht,doch Trump will alles, was Obama aufgebaut hat, nieder reissen. Ob das alles gut kommt? Wir werden sehen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen