Zürcher Privatbank Bank Frey & Co. gibt auf - nicht unerwartet

Die Zürcher Privatbank Bank Frey & Co. AG stellt ihre Geschäftstätigkeit ein. Das haben die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung entschieden. Der Grund: Das Institut sieht im streng regulierten Bankenmarkt keine Überlebenschancen. Das Ende kam nicht überraschend.

Offiziell begründet Verwaltungsratspräsident Markus Frey die Geschäftsaufgabe wie folgt: «Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren haben sich vor allem innerhalb der Schweiz Umstände und Herausforderungen ergeben, die eine sinnvolle Weiterführung des grenzüberschreitenden Dienstleistungsgeschäfts für eine kleine Bank nicht mehr erlauben.»

Besonders die Regulierungen und Auflagen seien so ausgeprägt, dass eine kleine Bank fast nicht mehr überleben könne. Das sei auch auf den Steuerstreit mit den USA zurückzuführen.

Fast die Hälfte des Vermögens aus den USA

Eigentlich war zu erwarten, dass die Bank irgendwann aufgeben musste. Zum einen: Wer will Mitarbeiter, Kunde oder Verwaltungsrat einer Bank sein, die im Visier der USA und im Verruf ist?

Zum anderen: Fast die Hälfte des gesamten Vermögens, welches die Bank verwaltet, stammt aus den USA. Dieses Vermögen, es handelt sich um 800 - 900 Millionen Franken, hat die Bank erst in den letzten Jahren aufgebaut. Gemäss den USA hat sie vielen US- Bürgern und ehemaligen UBS-Kunden geholfen, das Geld am Fiskus vorbei zu schleusen. Eine saftige Busse ist zu erwarten. Das dafür benötigte Eigenkapital dürfte eine so kleine Bank kaum aufbringen können.

Als nächstes muss die Bank ihre Kunden informieren und die Depots und Konten auflösen, respektive, an andere Banken überweisen. Es sieht danach aus, dass Gründer und Verwaltungsrats-Präsident Markus Frey zusammen mit Juristen direkt mit den USA verhandelt und versucht, die Zahlung so tief wie möglich zu halten.

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