Zyprische Geldinstitute kontrollieren schlecht

Zypern erhält nun auch vom Internationalen Währungsfonds finanzielle Hilfe. Doch laut einer Studie haben die Banken eines ihrer grössten Probleme nicht im Griff.

Das Hauptquartier des Wirtschaftsprüfers Deloitte in Nikosia, ein silbriger Turm.

Bildlegende: Zyprische Banken bekämpfen Geldwäscherei zuwenig, befinden Wirtschaftsprüfer von Deloitte und ein Expertenausschuss. Keystone

Nach der Europäischen Union hat auch der Internationale Währungsfonds (IWF) die erste Tranche seiner Finanzhilfe für das angeschlagene Zypern freigegeben. Von rund einer Milliarde Euro zugesagter Mittel wurden am Mittwoch 86 Millionen Euro bewilligt, wie der IWF mitteilte.

Zypern steht nach einer schweren Bankenkrise vor dem Bankrott und soll sich mit Hilfe mehrerer Rettungspakete von EU und IWF wieder sanieren. Zyperns Regierung verpflichtete sich im Gegenzug, 13 Milliarden Euro aus eigener Kraft aufzubringen.


Erste Hilfsgelder für Zypern

3:08 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.05.2013

Keine Erfolge gegen Geldwäscherei

Die zyprischen Banken können einer Studie zufolge bislang keine Erfolge bei der Bekämpfung von Geldwäscherei vorweisen. Das Bankensystem ist sogar noch anfälliger als befürchtet, wie aus einem Bericht vom Expertenausschuss Moneyval des Europarates und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervorgeht. Die Schutzmassnahmen und Kontrollen der Kreditinstitute seien in einigen Fällen mangelhaft gewesen. Der Bericht datiert vom 10. Mai.

Die zyprischen Banken wüssten manchmal nicht einmal, wer ihre Kunden tatsächlich seien. Ausserdem hätten die Banken eine beträchtliche Zahl von verdächtigen Transaktionen nicht an die Behörden gemeldet.