Zum Inhalt springen

Header

Audio
Eltern besorgt - braucht es strengere Massnahmen im Schulzimmer?
Aus Forum vom 02.12.2021.
abspielen. Laufzeit 52 Minuten 23 Sekunden.
Inhalt

Corona im Schulzimmer Braucht es schärfere Massnahmen an den Schulen?

Bei den Schulkindern grassiert Covid-19 am stärksten. Welche Massnahmen gelten an den Schulen und welche bräuchte es?

Knapp eine Million Schülerinnen und Schüler besuchen in der Schweiz die obligatorische Schule. Bei den Schulkindern grassiert Covid-19 derzeit am stärksten, das zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Vorletzte Woche registrierte das BAG über 11'000 Fälle bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren.

Kinder unter 12 Jahren ohne Impfschutz

Kein Wunder: An vielen Schulen herrscht keine Maskenpflicht, repetitive Tests sind nicht obligatorisch, auch nicht für Lehrpersonen.

Weil Swissmedic die Covid-Impfstoffe bisher erst ab 12 Jahren zugelassen hat, stehen viele jüngere Kinder ohne Impfschutz da. Besorgte Eltern und Lehrpersonen befürchten, dass ein schwieriger Winter bevorsteht.

Welche Massnahmen gelten derzeit (Stand 1. Dezember 2021) in den Schulen der Deutschschweiz?

Kanton Bisherige Massnahmen Zusätzliche Massnahmen
Aargau Freiwilliges Testen. Keine Maskenpflicht. Am 2.12. orientiert der Kanton Aargau über neue Massnahmen.
Appenzell Ausserrhoden Pooltests müssen flächendeckend angeboten werden. Per 6.12.: Maskenpflicht für Schüler ab 12 Jahren inklusive Lehrpersonen.
Appenzell Innerrhoden Maskenpflicht in der Real- und Sekundarschule. (In Unterrichtsräumen kann bei genügend Abstand und Lüften aufs Tragen der Hygienemasken verzichtet werden). Per 1.12.: Repetitives Testen ab Sekundarstufe 1 (1x wöchentlich).
Basel-Stadt Maskenpflicht ab 5. Primarklasse. Wer 2G befolgt, kann die Maske ablegen.
Basel-Land Maskenpflicht ab 5. Primarklasse. Für 1. bis 4. Primarklassen gilt eine Maskenempfehlung.
Bern Maskenpflicht ab der 5. Klasse, Ausbruchstests, keine Pooltests. Zurzeit sind keine neuen Massnahmen geplant.
Glarus Freiwillige Pooltests.
Graubünden Maskenpflicht ab der 3. Primarklasse.
Luzern Maskenpflicht ab der 5. Primarklasse. Reihentests ab der Sekundarstufe 1.
Schwyz Pooltests in Schulen ab der 3. Primarklasse. Per 1.12.: Schulen ab der 3. Primarklasse mit gehäuften Infektionen: Maskenpflicht für 14 Tage.
Solothurn Pooltests und Ausbruchstests. Temporäre Maskenpflicht in der Primarschule; generelle Maskenpflicht in der Sekundarschule.
St. Gallen Maskenpflicht für Schüler ab 12 Jahren inklusive Lehrpersonen.
Uri Freiwillige Pooltests ab dem Kindergarten. (Für nicht genesenes und nicht geimpftes Personal gilt eine Pflichtteilnahme an Tests.)
Zug Reihentests ab der 4. Klasse, keine Masken. Per 2.12.: Masken ab 1. Klasse (am Pult muss keine Maske getragen werden.)
Zürich Freiwillige Pooltests. Per 1.12.: Maskenpflicht ab der 4. Primarklasse.

Eltern wehren sich

Man lasse das Virus in den Schulen zirkulieren und damit werde diese zur Drehscheibe der Pandemie, befürchten Elternvertreterinnen und -vertreter.

Fredy Neeser von der Arbeitsgruppe «Kinder schützen – jetzt!» sagt: «Wir akzeptieren nicht, dass unsere Kinder bis zu einer möglichen Impfung durchseucht und Langzeitschäden, akute schwere Krankheitsverläufe und PIMS-Fälle einfach in Kauf genommen werden.» Bei PIMS handelt es sich um die sogenannte Pädiatrische Immunologische Multisystem-Erkrankung.

«Es braucht ab dem Kindergarten eine flächendeckende Maskenpflicht, daran führt kein Weg vorbei», sagt Rui Biagini von der Interessensgruppe #ProtectTheKids, die sich für den Schutz von Kindern in Schulen und Betreuungseinrichtungen einsetzt.

Flickenteppich und Föderalismus

Doch Eltern, Behörden, Wissenschaft und Kinderärzte sind sich nicht einig, was die Kinder am besten schützt. Derzeit werden die Schutzmassnahmen in jedem Kanton unterschiedlich angewendet. Oft setzt sogar jede Schule die Weisungen von Bund und Kanton anders um. In einigen Schulen werden Tests gemacht und Masken getragen, in anderen nicht.

Elternvertreterinnen und -vertreter fordern einheitliche Massnahmen – beispielsweise regelmässige Pooltests, Luftfilter, CO2-Messgeräte sowie eine Maskentragpflicht an Schulen.   

«Normalität» für die Kinder

Stefan Kölliker, Bildungsdirektor im Kanton St. Gallen, ist kritisch: Er fordert im Sinne einer «Normalität» für die Kinder so wenig Massnahmen wie nötig. Zwar gilt im Kanton St. Gallen ab der Oberstufe nun auch eine Maskenpflicht, repetitives Testen wurde aber nie eingeführt. Dieses sei wegen des grossen Aufwands «nicht verhältnismässig», so Kölliker.

Braucht es strengere Massnahmen?

In der Sendung «Forum» auf Radio SRF 1 diskutieren Hörerinnen und Hörer mit Gästen. Die Corona-Lage spitzt sich zu, vor allem bei den Schulkindern: Braucht es schärfere Massnahmen an den Schulen?

Was ist Ihre Meinung?

Box aufklappen Box zuklappen

Zu Gast in der Sendung waren:

  • Fredy Neeser, Arbeitsgruppe «Kinder schützen – jetzt!»
  • Stefan Kölliker, Bildungsdirektor Kanton St. Gallen und Regierungsrat SG/SVP

Radio SRF 1, «Forum», Teaser, 1.12.2021, 16:40 Uhr

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

69 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Kessler  (Hardy11)
    Warum kann die Schweiz nicht einmal
    etwas tun, was andere nicht tun?
    Mittlerweile ist ja bekannt, dass die armen Kinder von reisenden Eltern, man kann ja auf nichts mehr verzichten, nach jeden Ferien den Scheissvirus wieder in die Schule bringen. Soll mir keiner sagen,
    dass dort nicht wieder der ganze Schrott verteilt wird . Maskenpflicht muss her, Reisen verbieten, wer ins Restaurant oder in andere Lokalitäten oder Anlässe gehen will muss unbedingt getestet werden. Geimpft oder ungeimpft.
  • Kommentar von Alexander Stebler  (Nagev)
    Letztlich geht es um die Frage, on das Virus oder der Krieg dagegen mehr Lebensqualitätsjahre kostet, und zwar langfristig und global betrachtet.
    Es zeichnet sich immer mehr ab, das ein Krieg gegen dieses Virus nicht zu gewinnen ist.
    Die einzige real existierende „harte Triage“ in diesen Zeiten ist jene auf der Kinder - und Jugendpsychiatrie. Kinder haben schon genug gelitten unter den Massnahmen. Sie sind von der Krankheit weniger gefährdet als von einer Grippe. LASST SIE FREI ATMEN!
    1. Antwort von Patrick Frei  (Corona Facts mit Frei)
      Die Überlegungen von Ihnen im ersten Absatz sind wertvoll.
      Übergeordnetes Ziel ist, eine optimale Lösung für Alle zu finden unter Beachtung der Gesundheitsschäden, der Wirtschaftsschäden und der psychologisch-sozialen Schäden.
      Eine Langzeitstrategie ist notwendig, die anerkennt, dass es in den kommenden Jahren ein Leben mit dem Virus gibt.
      Dazu fehlen mir die technischen Schutzmassnahmen, die eigentlich keine Freiheitseinschränkungen bringen.
      Dazu braucht es auch interdisziplinäre Teams.
  • Kommentar von Heiko Gisko  (HGisko)
    @Auntie0521:
    Was verstehen Sie unter „unsere Kinder“? Für mich sind das vieler Leute Kinder. Wenn Sie ihre eigenen Kinder meinen, so ist das (noch) Ihre Sache. Nicht aber, wenn Sie anderer Leute Kinder mit meinen. Denn da sind Meinungen und Bedürfnisse sehr heterogen. So heisst „Schutz unserer Kinder“ für mich: Konsequentes Impfen der Eltern, 2 Pooltests pro Woche in der Schule, Maske tragen auch schon im KIGA, CO2-basiertes Lüften. Wir sind in einer Notlage. Handeln wir danach.