Auf dem Weg zur 24-Stunden-Gesellschaft

Immer mehr Menschen arbeiten auch nachts: Zum Beispiel als Taxifahrer, Pflegerinnen oder Strassenarbeiter. Gleichzeitig wachsen die Ausgangsmöglichkeiten und die Läden haben immer öfters spätnachts noch geöffnet, sodass in Schweizer Städten die Lichter bis in die frühen Morgenstunden brennen.

Angestellte räumt in Tankstelle Getränke ein

Bildlegende: Die Ladenöffnungszeiten sind kantonal unterschiedlich geregelt. Keystone

Von Amerika kennen wir das schon lange: Die Einkaufsläden oder das Fitnesscenter sind 24 Stunden lang geöffnet. Seit einigen Jahren ist auch das Nachtangebot in Grossstädten der Schweiz gestiegen.

Vielfältige kulturelle Anlässe und Freizeitangebote, Nachtzüge und -busse sowie neue Schliessungszeiten der Läden und Restaurants lassen heute das Leben rund um die Uhr pulsieren. Auch das Ausgangsangebot für Jugendliche ist gestiegen.

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Die 24-Stunden-Gesellschaft

5:36 min, aus Schweiz aktuell vom 5.9.2011

Der «normale» Arbeitstag wird zum Auslaufmodell

Sie reinigen Bahnhöfe, schenken an der Bar Getränke aus oder fahren mit dem Taxi «Nachteulen» nach Hause. Früher arbeiteten fast ausschliesslich die Notfallorganisationen rund um die Uhr. Heute ist dies anders: Der «normale» Arbeitstag, der von 8 bis 17 Uhr dauert, wird zum Auslaufmodell. Eine Gesellschaft, die rund um die Uhr produziert, verkauft und Dienstleitungen anbietet, muss sich mit verändernden Arbeitsbedingungen auseinandersetzen.

24 Stunden einkaufen

Für Diskussionsstoff sorgt derzeit die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Die Grünliberalen fordern mit einer Motion eine Änderung des Arbeitsgesetzes. Nach ihrem Willen sollen künftig sämtliche kleinere Verkaufsstellen auch sonntags und in der Nacht bewilligungsfrei Personal beschäftigen dürfen.

Der Bundesrat sieht keinen Bedarf, die Ladenöffnungszeiten vollständig zu liberalisieren. Nacht- und Sonntagsarbeit soll auch künftig bewilligungspflichtig bleiben.

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