Französische Architektin trifft auf Schweizer Abt

«Persönlich»-Gastgeberin Katharina Kilchenmann begrüsst im solothurnischen Flüh zum grenzübergreifenden «Persönlich». Die Architektin Marina Gerber lebt «ennet der Grenze» in Leymen und Peter von Sury ist Abt in der Klosterkirche Mariastein, die über dem Leimental trohnt.

Katharina Kilchenmann (links) mit der Architektin Marina Gerber und Peter von Sury.

Bildlegende: Katharina Kilchenmann (links) mit der Architektin Marina Gerber und Peter von Sury. SRF

Peter von Sury

Peter von Sury

Bildlegende: Peter von Sury. zvg

Mit grossen Schritten überquert er den Klosterhof, seine schwarze Mönchskutte weht im Wind. Peter von Sury, Abt des Benediktinerklosters Mariastein, ist ein energischer Mann und leitet seit sechs Jahren die Geschicke seiner Mitbrüder, die Kirche und den Wallfahrtsort. Vorher war er Dorfpfarrer in der angrenzenden Gemeinde Hofstetten-Flüh. Dort wurde geschätzt für seine direkte Art und die Verbundenheit mit den Menschen.

Nun ist er also «aufgestiegen» und lebt seinen Alltag im Kloster, das auf einem Felsvorsprung über dem Dorf Flüh thront. Dort wird gebetet, gesungen, gearbeitet und gegessen, wie es die benediktinischen Klosterregeln vorschreiben. Und einige der Mitbrüder schauen sich auch gerne mal im Fernsehen einen Wettkampf in Sotschi an. Abt Peter jedoch nimmt sich dafür kaum Zeit: «Ich weiss gar nicht mehr, wann ich zum letzten Mal vor dem Fernseher sass. Radio höre ich regelmässig. Aber nach einem langen, ereignisreichen Tag kann es schon vorkommen, dass ich dabei kurz einnicke.»

Marina Gerber

Marina Gerber

Bildlegende: Marina Gerber. zvg

Marina Gerber lebt mit ihrem Mann seit bald vierzig Jahren im eigenen Haus im französischen Leymen. Das Dorf ist wenige Autominuten von der Schweizer Grenze entfernt. «Alles, was mir wichtig ist, ist von hier aus gut zu erreichen», sagt sie. Basel, Strasbourg, Zürich, Bern und natürlich Paris. In Paris ist Marina Gerber aufgewachsen, hat als schweizerisch-französische Doppelbürgerin in den Kriegsjahren bei ihrer Grossmutter in Adelboden gelebt, ging als junge Architektin nach Basel und schätzt nun, dass sie im Elsass von vielen Welten umgeben ist. Nur so bekomme sie genügend Eindrücke, die sie beleben würden. «Ich freue mich, wenn ich als Architektin eine Art Bindeglied zwischen diesen unterschiedlichen Welten sein kann.»

Von Pensionierung will die 75-Jährige nichts wissen. Seit sie sich in den 1990er-Jahren selbständig gemacht hat, kommen immer wieder Anfragen für Neubauten und Renovationen und bis heute geht sie selber auf die Baustellen. «Ich brauche das, ich kann nicht untätig rumsitzen», sagt sie. Sie habe ihr Leben lang gerne gearbeitet. «Warum sollte ich jetzt damit aufhören?»

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