Vom Getreide zum Geld: Tauschhandel in der Moderne

Radio SRF 1 tauscht noch bis Pfingstmontag Gegenstand um Gegenstand. Tauschhandel ist jedoch kein neues Phänomen. Wenn in Krisenzeiten das gesellschaftliche Vertrauen ins Geld schwindet, kommen Tauschhandel und Ersatzwährungen zum Zug. Dies war schon immer so.

Zwei Männer tauschen etwas.

Bildlegende: Ware gegen Ware Auch heute wird noch Tauschhandel betrieben. Keystone

Tauschen ist keine veraltete Möglichkeit, etwas zu erwerben. Im Gegenteil: Auch heute wird rege Tauschhandel betrieben.

Von der Büroklammer zum Haus – Moderne Tauschgeschichten

Heute stellt man Tauschhandel oftmals in Zusammenhang mit dem Flohmarkt. Dort wird getauscht und die Preise verhandelt.

Getauscht wird aber auch andersweitig. Der Kanadier Kyle MacDonald beispielsweise hat eine eigene Tauschstafette ins Leben gerufen: Begonnen mit einer roten Büroklammer und diese fleissig bis zum Farmhaus getauscht. Davon liess sich auch der BWL-Student Philipp Christov inspirieren und tauschte ein Dosen-Telefon in ein Haus, in welchem Flüchtlinge wohnen durften.

Ein etwas anderer Tauschhandel wurde in Hannover durchgeführt. Die Einwohner Hannovers konnten ihren Führerschein für einen Monat gegen ein Monatsticket für den öffentlichen Verkehr eintauschen. In der Schweiz gab es Aktionen, bei denen man für eine bestimmte Zeit sein Auto gegen ein E-Bike eintauschen konnte.

Geld statt Getreide

Eine Ein-Dollarnote liegt auf Maiskörnern.

Bildlegende: Tauschmittel Naturalien waren die Vorläufer des Geldes. Colourbox

Genau genommen ist auch Geld ein Tauschmittel, unterscheidet sich jedoch vom Tauschen von Ware. Denn das Geld befriedigt den Bedarf des Tauschpartners nicht direkt. Es kann nämlich nur zum weiteren Tauschverwendet werden.

Naturalien als Vorläufer des Geldes haben jedoch einen klaren Nachteil gegenüber den Münzen, denn Nahrung ist nicht haltbar. Somit müssen diese Tauschmittel bald konsumiert werden.

Tauschhandel begann in der Jungsteinzeit

Der Tauschhandel entwickelte sich ungefähr in der Jungsteinzeit, als die Menschen sesshaft wurden. Zuvor war das Eigentum unwichtig und man teilte alles mit jedem. Die Menschen jagten und sammelten und schlussendlich stand die Nahrung der ganzen Gruppe zur Verfügung.

Als man begann Acker zu bestellen und Vieh zu züchten, waren die Menschen immer mehr auf das Tauschen angewiesen. Sie produzierten beispielsweise einen Überschuss an Getreide, hatten dafür aber zu wenig Fleisch. So begannen sie Waren zu tauschen und aus diesen ersten Ansätzen des Tauschhandels entwickelte sich die Arbeitsteilung.