Von der Muse geküsst

Die Moderatorin Sandra Studer hat eine Gemeinsamkeit mit dem Verleger Philipp Keel. Beide sind künstlerisch tätig. Sie steht derzeit als Sängerin auf der Bühne und er greift neben seinem Job als Verleger regelmässig zu Farbe und Pinsel.

Porträt von Sandra Studer und Philipp Keel (Bildmontage).

Bildlegende: Die «Persönlich»-Gäste Sandra Studer und Philipp Keel. SRF / Keystone (Bildmontage)

Sandra Studer

Sandra Studer in cèmefarbenen Galakleid als Moderatorin beim «Swiss Award» im Einsatz.

Bildlegende: Sandra Studer moderierte bis 2012 die jähriche Gala «Swiss Award». Keystone

Mit 9 Jahren durfte Sandra Studer zum ersten Mal mit ihren Eltern in die Oper. Ein nachhaltiges Erlebnis. Ihr Favorit ist «Turandot» von Giacomo Puccini, die Geschichte einer Prinzessin, die den Bewerbern um ihre Hand Rätsel aufgibt und sie töten lässt, wenn sie die richtigen Antworten nicht kennen. Musik war immer wichtig im Leben von Sandra Studer: Sie spielte Klavier, nahm Gesangsstunden und machte Ballett, bis sie 20 Jahre alt war.

Multitalent mit Mutterinstinkt

Einem breiten Publikum ist sie bestens bekannt als Moderatorin von speziellen Opernabenden im Fernsehen, aber auch aus der Sendung «Stars extra», in der sie Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich interviewt hat. Im Moment steht Sandra Studer zusammen mit Michael von der Heide und Gardi Hutter in der schrägen Revue «Wanderful – There's no Piz like Show Piz» auf der Bühne. Das Trio wartet in einer schäbigen Garderobe auf seinen Auftritt als All-Star-Band zur Einweihung der neuen Alpen-Arena. Jeder spielt sich selber, Sandra Studer (45) ist also auch in dem Stück die Mutter von vier Kindern.

«  Der Alltag mit einer grossen Familie ist manchmal sehr anstrengend. »

Gleichzeitig liebe sie den Trubel und das Lebhafte. Es sei ihr auch wichtig, als Mutter präsent zu sein, sagt Sandra Suder. Sie kenne es nicht anders: Ihre Mutter sei Spanierin, Geselligkeit habe in ihrer Familie immer eine grosse Rolle gespielt.

Philipp Keel

Philipp Keel in seinem Büro. An ein Bücherregal angelehnt im Vordergrund ein brauner Sessel.

Bildlegende: Philipp Keel, der 2012 den Diogenes Verlag von seinem Vater übernommen hat, in seinem Zürcher Büro. Keystone

Er ist Künstler und Verleger. Und beides ist ihm gleich wichtig. Philipp Keel hat vor zweieinhalb Jahren die Leitung des traditionsreichen Diogenes Verlags übernommen. Eigentlich muss er dauernd lesen. «Pro Jahr erhalten wir mehrere tausend Manuskripte. Zum Glück trifft das Lektorat eine Vorauswahl», sagt er.

Das Büro am Sitz des Verlags an der Zürcher Sprecherstrasse gehörte vorher seinem Vater. Es ist ein grosser, lichtdurchfluteter Raum. Ein Pult, weiter vorne ein Sofa und Sessel um einen Salontisch.

«  Hier habe ich als Kind jeweils gesessen und gezeichnet. »

Im Büro war immer viel los, aber auch daheim bei der Familie Keel ging es lebhaft zu und her. An vielen Abenden wurden Gäste bewirtet, Autoren des Verlags, aber auch Künstler und Filmemacher wie Federico Fellini.

Philipp Keels Mutter Anna war Malerin, und auch der Vater wäre als junger Mann gerne Künstler geworden. Der Sohn hat diesen Traum verwirklicht.

«  Ich habe viel gelernt beim Zuschauen. »

Er sei in einer Werkstatt für Literatur und Kunst aufgewachsen. Heute versucht er, wann immer möglich, neben seiner Arbeit als Verlagschef zu zeichnen und zu malen. Derzeit sind seine Gemälde und Zeichnungen im bündnerischen S-chanf zu sehen.

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