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Aktuell Darf man Freunde zum Zügeln aufbieten?

Der Umzugstermin steht vor der Tür. Die Bananen- und Zügelkisten stapeln sich, die Schränke stehen stramm, das Bett liegt flach. Und all die Bücher! Wer umzieht, braucht Hilfe. Die Hilfe von Freunden? Oder ist das – ab einem gewissen Alter – ein «No-Go»? Sollte man ein Umzugsunternehmen engagieren?

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Legende: Philippe Gerber ist aus dem Rennen: «Hört auf mit dem 'Freunde-Gezügel-Zeugs'...» Kollegin Tina Nägeli sieht es anders. SRF

Das mit dem Umzug ist so eine Sache. Also: Das mit all den Sachen beim Umzug ist so eine Sache. Wie bringt man die ganze Bagage nur von A nach B? Wer eine «One-Man»-Zügelshow aufführen will, tiefenentspannt, muss recht spartanisch leben. Im Normalfall braucht's helfende Hände. Und ob diese Unterstützung dann von Freunden oder Fremden kommt, ist...

... eine Frage des Alters?

Die meisten von uns haben in jüngeren Jahren WG-Zimmer oder Wohnungen von Freunden gezügelt. Davor, dabei und danach hat man Chips und Salami gefuttert, ein paar Bier getrunken. Das war anstrengend – aber (meist) auch witzig. Sind diese Zeiten vorbei? Ist irgendwann «fertig lustig»? Bettina Weber benennt eine Grenze:

Bis 35 ist es ganz okay, wenn Freunde und Bekannte aufgeboten werden, danach sollte man die Leute nicht mehr damit 'belästigen'.
Autor: Bettina WeberRessort-Leiterin Gesellschaft, Sonntagszeitung

... eine Frage des Lebensstandards?

Mit dem zunehmenden Alter ist (oft) auch ein grösseres Budget verbunden: «Ich gehe davon aus, dass die meisten von uns mit Mitte 30 finanziell besser dastehen, als in jungen Jahren», so Weber. Und allerspätestens dann, wenn es Wohlstands-Klassiker wie Mies-van-der-Rohe-Liegen oder Eames-Sessel rumzubuckeln gilt, sei es knauserig, auf ein Zügelnunternehmen zu verzichten und Freunde einzuspannen.

Züglen kostet. So oder so. «Wer Profis engagiert, bezahlt ca. 500 Franken pro Zimmer», sagt Umzugsfachmann Wolfgang Nägeli. Aber auch die Hilfe von Kollegen sei nicht gratis. Zumal dann nicht, wenn man die guten Seelen beim Kisten schleppen verpflegen und auch danach belohnen will.

... eine Frage der «Freundschaft»?

Ist das «Outsourcen» von Unangenehmem vielleicht auch etwas, das in Zeiten von Facebook-Freundschaften zwingender bzw. normal geworden ist? Besteht das Umfeld vieler Menschen mittlerweile aus Bekannten, die zwar liebend gern zur Wohnungseinweihung auftauchen und da auch herzlich willkommen sind, bei denen aber die Basis fehlt, um sie beim Umzug selber um Hilfe zu bitten?

Oder ist man gerade dann ein guter Freund, wenn man den Freundeskreis bewusst nicht einspannt, beim Umzug, zumal sich viele Menschen sowieso schon über ein chronisches Leiden beklagen – ihre aufgeblähte Agenda?

Fragen über Fragen. Welche Antwort gebt denn ihr?

19 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel L., Zürich
    Witzig weil gerade heute hat mich ein Bekannter gefragt, was ich am 30. September mache und ich habs schon geahnt. Ja, er braucht einen, der Kisten schleppt. Aber der hat sich vorher sehr lange nicht gemeldet und immer nur den Deppen spielen mag ich auch nicht. Soll sich ein Zügelunternehmen leisten, der hat nämlich die Kohle schon.
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  • Kommentar von Paul Lehmann, Castorland, USA
    Ein oder zwei mal ist ok, beim funften mal reicht es aber so langsam.
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  • Kommentar von raphael zahnd, zürich
    Die Frage sollte wohl eher heissen, "Darf ich so viel arbeiten, dass ich keine Zeit mehr für Freunde und Familie habe?" Alles optimieren um Zeit zu sparen für mehr "Freizeit". Am Schluss bleibt uns jedoch nur das Geld um Liebe zu erkaufen. Ich finde unsere Entwicklung als Gesellschaft schade.
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