Geschlechtsteile im Wappen: Da hängt er, der Stolz des Kantons!

Kurt Stüdeli, interbibliothekarischer Leihverkehr, Fachreferat Verteidigung in der Militärbibliothek, begeistert sich hobbymässig für Kantonswappen. Wir haben ihn im Keller des Bundeshauses getroffen, wo er für uns einen speziellen Bereich der Wappenkunde erklärt – nämlich den der Geschlechtsteile.

Just zum 1. August werfen wir unter fachkundiger Anleitung von Kurt Stüdeli einen Blick auf die Kantonswappen. Genauer: auf die besten Stücke darunter. Neben den goldenen «Schaffhauser Höde» protzt auch das Bündner Kantonswappen mit einem prachtvollen Gehänge am obligatorischen Steinbock. Das hat seine Gründe.

Der Berner Bär beeindruckt weniger durch die Grösse des Gemächts, dafür kommen die ergonomischen Aspekte hier definitiv nicht zu kurz. Wer wüsste das besser als Kurt Studeli, der das schnittige Schnäbi für uns unter die Lupe nimmt?

Ob Innerrhoden oder Ausserrhoden – hauptsache Hoden! Könnte man meinen. Aber nein, im Appenzeller Wappen «steht» ein anderes pikantes Detail optisch im Mittelpunkt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch im Thurgauer Wappen stellt man mit Stolz die Geschlechtsteile zur Schau – sogar in doppelter Ausführung. Eine weitere wappenkundliche Besonderheit, die die Aufmerksamkeit von Kurt Studeli erregt.

Stiere, Löwen, Rösser und andere starke Tiere tummeln sich überall in den Wappen – mit und ohne Gemächt. Schon klar: Wenn man sich schon eines zulegt, dann soll so ein Wappen wenigstens auch was hermachen und für anerkennendes Kopfnicken sorgen. Ein paar Gemeinden gehen ganz andere Wege, ihre Kreationen sorgen eher für Erheiterung als für Respektsbekundungen: Zum Beispiel diejenigen von Zell (ZH), Grattavache (FR), Sargans (SG), Romanshorn (TG), Sattel (SZ) und Beinwil (SO). In der Galerie seht ihr diese und weitere Beispiele – und im Audio darunter erfahrt ihr mehr!

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