Menschen in Massen: Diese 5 Tipps bringen euch auf Abstand

Die Schweiz ist süchtig nach Festivals: Nirgends ist die Dichte an Festivals so gross wie hier. Input zeigt, wie die Massen funktionieren und hat 5 praktische Tipps für den nächsten Event.

Openairbesucher am Gurtenfestival.

Bildlegende: Openairbesucher am Gurtenfestival. Keystone

1. Wir sind wie Wellen im Meer – darum gehen wir am besten mit dem Flow

Wer eine Masse von oben gesehen hat, weiss: Menschenmassen bewegen sich wie Wellen im Meer. Solange die Massen sanft hin und her wiegen, ist alles im grünen Bereich. «Kritisch wird es dann, wenn zwei Wellen aufeinander prallen», sagt Forscher Mehdi Moussaid vom Max Planck Institut in Berlin.

Wer zwischen diesen Wellen steht, ist plötzlich grossem Druck ausgesetzt, die Panik auslösen kann. Das Beste was man in einer solchen Situation tun kann: «Auf keinen Fall zurückdrängen», empfiehlt Moussaid, «das erzeugt nur noch mehr Druck. Am besten geht man mit der Welle mit – das kann in kritischen Situationen lebensrettend sein.» Bei einer Massenpanik sind übrigens die Menschen am meisten gefährdet, die am Rand stehen, etwa an einer Wand. Sie können nirgendwohin ausweichen.

2. Was, wenn mein bester Freund mitten in der Masse kollabiert?

Am besten nicht selber hinausziehen: Das erzeugt Druck und die Leute, an denen man vorbei muss, sehen vermutlich das Problem nicht und drücken zurück – das gibt Unruhe. «Am besten aktiviert man das Buschtelefon», sagt Forscher Mehdi Moussaid, «bis die Nachricht zu den Sanitätern kommt. Die sind dann rasch zur Stelle und können deinen Kumpel schneller und professioneller aus der Meute ziehen, als du selber. Schon allein wegen der Sanitäter-Uniform kommen sie schneller durch die Masse als jeder andere.»

3. Der beste Weg in die erste Reihe

Klingt banal, ist aber so: Früh genug da sein und nicht mehr aus der ersten Reihe tanzen, bis das Konzert vorbei ist. Am besten eine Stunde vor dem Konzert nichts mehr trinken – sonst ruft das WC und der nächste hat sich den hart erkämpften Platz geschnappt. Der alte Trick, sich am Rand der Masse vorbeizuschlängeln, bis man ganz vorne ist, ist übrigens nicht wirklich brauchbar.

«Massen breiten sich gleichmässig aus», sagt Forscher Mehdi Moussaid vom Max Planck Institut in Berlin, «und die guten Plätze mit Sicht auf die Bühne sind schnell weg.» Die Plätze am Rand sind übrigens oft frei, weil sie meist einen Schönheitsfehler haben: Entweder sieht man nicht gut auf die Bühne – oder der Typ nebenan stinkt oder macht Ausdruckstanz.

4. Wie man sich am besten ein Bier holt und wieder nach vorne kommt

Hier wiederum kann der Rand nützlich sein: Weil dort das Publikum meistens nicht so dicht steht, weil man eben nicht die beste Sicht hat, kommt man am Rand entlang oft schneller aus einer Masse hinaus. Am besten geht man mit voller Ladung Charme, dafür ohne Ellbogen durch die Massen – und auf dem Rückweg mit einer ruhigen Hand, um keinem aus versehen Bier anzukippen.

5. Der goldene Zirkel

Der beste Freund, das Mami, der Göttibub: Es gibt Menschen, die lassen wir gerne an uns heran. Anders ist das an Massenveranstaltungen mit Tausenden von Menschen, die wir noch nie gesehen haben. Das hat einen ganz bestimmten Grund: «Wird der Abstand in einer Masse oder beim anstehen in einer Schlange kleiner als 50 cm fühlen wir uns unwohl», sagt Forscher Mehdi Moussaid. Wer Glück hat, steht also so, das im Umkreis von einem halben Meter niemand ist – ausser natürlich, die Band.

Input schaut sich Menschenmassen genau an – und zeigt, wie moderne Technologien die Festivals von morgen noch sicherer machen. Am Sonntag, 27. Juli um 20 Uhr auf SRF 3. Hier gibt's die Sendung als Download.

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