Selbst die Basler Polizei brachte Axl Rose nicht auf die Bühne

Als Guns N' Roses 1992 im Basler St.-Jakob-Stadion auftraten, liessen sie ihre Schweizer Fans über eine Stunde warten. Der Veranstalter erinnert sich an die drastischen Massnahmen, die er ergriff - und die doch nichts brachten.

Guns'n'Roses-Sänger Axl Rose bei einem Konzert in den 90er-Jahren.

Bildlegende: Bad Boy Guns'n'Roses-Sänger Axl Rose bei einem Konzert in den 90er-Jahren. PD

21. Juni 1992: Konzert-Veranstalter André Béchir erinnert sich

Es gibt Bands, die sind berüchtigt dafür, dass sie notorisch zu spät auf die Bühne treten. Dazu gehörten zu ihren Glanzzeiten Guns N' Roses. Die Rockband aus Los Angeles liess regelmässig Zehntausende in den Stadien warten. André Béchir kann ein Lied davon singen. Der ehemalige Chef der Konzertagentur Good News hatte Guns N' Roses 1992 in die Schweiz geholt, als Axl Rose, Slash und Co. mit ihren beiden «Use Your Illusion»-Alben die Hitparaden stürmten.

André Béchir

Bildlegende: André Béchir holte Guns N' Roses in die Schweiz. Keystone

Kein Durchkommen zu Axl Rose

Das Konzert sollte beginnen, doch Sänger Rose «sass in der Garderobe und bewegte sich nicht». Ein Durchkommen zu den Künstlern habe es nicht gegeben, selbst für ihn nicht, erzählt André Béchir. Deshalb habe er die Polizei geholt.

Auch diese war allerdings machtlos gegen die Entourage des Guns'n'Roses-Frontmanns. So griffen Béchir und seine Leute zu einer verzweifelten, aber wohl effizienten Massnahme: «Wir schlossen die Türen, damit er nicht abhauen konnte».

In der falschen Stadt

Wenig später bequemte sich Axl Rose doch noch auf die Bühne. Ein vergleichsweise glimpflicher Ausgang für die Fans in Basel. Bei einem Konzert in Genf musste das Publikum nämlich viel länger warten. André Béchir erinnert sich: «Als er auf der Bühne hätte stehen sollen, war Axl Rose noch in Paris».