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SRF3 Input So isst die Schweiz – 10 Fakten

Superfoods, Low-Carb, Intervall-Fasten: Die Liste der Foodtrends der letzten Jahre ist lang. Wie haben sich diese Trends auf die Essgewohnheiten der Menschen in der Schweiz ausgewirkt? Eine Bestandesaufnahme.

Legende: Audio So isst die Schweiz: Wie Foodtrends unser Essverhalten verändern abspielen. Laufzeit 39:00 Minuten.
39 min, aus Input vom 10.06.2018.

Fakt 1: Das Lieblingsessen der Schweizer Bevölkerung ist «Schnipo»

Eine Million Teller Schnitzel/Cordon Bleu mit Pommes Frites verkauft die grösste Schweizer Restaurantbetreiberin, die SV Group, jährlich.

Auch die weiteren Menus in den Top 5 sind bodenständig:
«Ghackets mit Hörnli»
«Bratwurst mit Rösti»
«Zürigschnätzelts»
«Spaghetti Bolognese»

Fakt 2: Freitag ist der dickste Tag

Am Freitag verkaufen Kantinen und Betriebsrestaurants am meisten Desserts. Und auch fettige Menus wie Schnipo oder Burger sind dann besonders beliebt. Weil wir uns damit für die harte Arbeitswoche belohnen möchten. Übrigens essen wir am Wochenende nicht mehr als unter der Woche. Häufig nehmen wir am Wochenende zwar grössere Mahlzeiten zu uns, dafür essen wir nur zwei statt drei Mal am Tag.

Fakt 3: Avocado ist der Shootingsstar unter den Lebensmitteln

Kein anderes Produkt ist in den letzten Jahren so schnell die Lebensmittel-Hitparade der Grossverteiler hochgeklettert. Bei Migros und Coop gehört die Avocado zu den drei meistverkauften Einzellebensmitteln. Im Schnitt essen wir Schweizer jährlich mehr als 1,5 Kilogramm der exotischen Beere. Ja. Die Avocado ist eine Frucht.

Fakt 4: Städter lieben Foodtrends…

...auf dem Land hingegen macht man Trends weniger stark mit. Grossverteiler passen ihr Sortiment dementsprechend regional unterschiedlich an.

Fakt 5: Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung macht Diät…

…oder achtet auf eine spezielle Ernährungsform. Das zeigt die nationale Ernährungserhebung menuCH im Auftrag des Bundes. Den grössten Teil dieses Drittels machen die Vegetarier aus, gefolgt von Kalorienzählern und den Fettvermeidern. Aber auch die Gluten- und Lactose-Intoleranten sowie Diabetiker zählen dazu.

Fakt 6: Wir kaufen im Supermarkt zu 80 Prozent immer das Gleiche ein

Anders als es in Zeiten der Foodtrends zu erwarten wäre, hat sich unser Ess- und Einkaufsverhalten gar nicht gross verändert. Im Durchschnitts-Einkaufswagen liegen zu 80 Prozent immer ähnliche Produkte. Die restlichen 20 Prozent sind von Foodtrends inspiriert oder Produkte, die wir neu ausprobieren.

Torten-Diagramm
Legende: Wir haben's wirklich nicht leicht... ;) SRF

Fakt 7: Westschweizer hassen Hackfleisch

Zwischen den Sprachregionen in der Schweizer gibt es grosse kulinarische Unterschiede. In der Westschweiz sind beispielsweise Fleischgerichte beliebter als in der Deutschschweiz. Allerdings mögen die Welschen kein Hackfleisch und essen weniger panierte Fleischprodukte wie Schnitzel.

Fakt 8: Insektenfood ist ein Flopp

Seit Mai 2017 dürfen in der Schweiz Lebensmittel bestehend aus Insekten verkauft werden. Coop hat Insekten ins Sortiment aufgenommen, die Migros hingegen nicht. Was sich seither deutlich zeigt: Die Verkaufszahlen sind beim Insektenfood sehr tief.

Legende: Video Beschränkte Lust auf Insektenfood abspielen. Laufzeit 2:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.05.2018.

Fakt 9: Jede siebte Person in der Schweiz isst kein Fleisch

11 Prozent der Schweizer Bevölkerung bezeichnet sich als Vegetarier, drei Prozent als Veganer. Das zeigt die Swissveg-Studie, die letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Der Gesamtfleischkonsum in der Schweiz nimmt seit Jahren ab.

Fakt 10: Wir geben immer weniger Geld aus fürs Essen

Erstaunlicherweise zeigt sich die Fixierung aufs Essen nicht in unserem Portemonnaie. Gemäss «GDI European Food Trends Report 2017» geben wir im Verhältnis zum Einkommen sogar eher weniger Geld fürs Essen aus. Das liegt allerdings vor allem an den steigenden Durchschnittseinkommen und den deshalb höheren Gesamtausgaben.

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Legende:SRF

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Luisa Hochreutener (Natura)
    Nahrungsmittel werden immer günstiger: auf wessen Kosten? Auf Kosten der Qualität. Es ist sehr schade, dass Hors-Sol nicht deklariert werden muss bei Lebensmitteln. So kann der Konsument nicht entscheiden, ob er die Klimabelastung durch hohen Produktionsaufwand bei Lebensmitteln tolerieren will oder nicht. Zudem kennt die Jugend dadurch die saisonalen und regionalen Lebensmittel überhaupt nicht mehr. Naturnah produzierte, saisonale, regionale Lebensmittel sind für die Gesundheit das BESTE.
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  • Kommentar von Maria Jenzer (M. Jenzer)
    .. zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland... Ich weiss, dass ich mich mit meinem Spruch bei den meisten Leser/innen nicht besonders beliebt machen. Aber es führt keine Weg daran vorbei, dass wir unser gutes Geld in gute Lebensmittel investieren sollten. Wir haben NUR 2 Möglichkeiten: Entweder kaufen wir Bio-Lebensmittel oder nicht Bio Lebensmittel. Was 100 Prozent sicher is(s)t, dass wir bei Bio-Lebensmittel weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel essen - und das is(s)t gesünder!
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Toll, dass gesunde Ernährung immer meht Anklang findet. Damit sollten trndenziell auch Krankheitskosten sinken. Die sinkenden relativen Kosten für Ernährung geben uns allen auch mehr Freiraum für individuelle Bedürfnisse.
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