Apps für Piloten und Verkäufer

Vor einem halben Jahr haben IBM und Apple eine Zusammenarbeit angekündigt: Die einstigen Rivalen wollen zusammen Business-Apps entwickeln. Diese Woche haben sie nun die ersten von rund 100 geplanten Apps präsentiert.

Pilot im Cockpit vor einem installiereten iPad.

Bildlegende: Pilot mit iPad: Über mobile Geräte von Apple sollen Berufsleute künftig auf komplexe Computer-Systeme zugreifen können. Symbol-Bild Reuters

Zehn Apps für verschiedene Branchen haben IBM und Apple am Mittwoch präsentiert. Mit dabei: Transport und Einzelhandel. An der Entwicklung haben rund 50 Firmen mitgearbeitet, zum Beispiel Air Canada und das Telecom-Unternehmen Sprint.

iPad für Flugbranche und Einzelhandel

Screenshot App für Piloten:  Eine Karte der USA mit Flugrouten.

Bildlegende: Flugbegleiter am iPad: Diese App soll helfen, den Service für Passagiere zu verbessern. Apple und IBM

Unter den ersten Business-Apps finden sich gleich mehrere Anwendungen für Fluggesellschaften. Piloten können per App künftig Flugpläne und Wetterberichte einsehen und dem Bodenpersonal Vorfälle melden – alles mit dem Ziel, Treibstoffkosten zu sparen.

Zudem können sich Flugbegleiter informieren, ob der Flug verspätet eintreffen wird und welche Passagiere dadurch einen Anschluss-Flug verpassen. Das Personal kann sogar einen Betroffenen mit Hilfe der App auf einen anderen Flug umbuchen.

Auch für den Einzelhandel haben IBM und Apple ein System entwickelt. Das Ziel: Läden sollen möglichst viele Produkte am Lager halten können. Die Kundschaft soll die gewünschten Produkte gleich mit nach Hause nehmen können, denn das ist der grosse Vorteil eines traditionellen Geschäftes gegenüber dem Online-Shopping: keine Wartezeit.

Einfache Darstellung komplexer Prozesse

Damit Passagiere umgebucht werden können oder ein Lager optimal bestückt ist, braucht es komplexe Systeme. Das Know-How für solche Lösungen kommt von IBM. Der Dinosaurier unter den IT-Firmen verfügt über jahr­zehn­te­lange Erfahrung.

Doch das ist erst die halbe Miete: Damit der Nutzer nichts mit den komplexen Abläufen im Hintergrund zu tun hat, braucht es auch eine einfache, klare Bedienoberfläche. Der Entwurf einer solchen App stellt eine echte Herausforderung dar. Apple habe diese schwierige Aufgabe mit Bravour gelöst, meinte der Analyst Van L. Baker vom Beratungsunternehmen Gartner gegenüber der New York Times.

Vom Smartphone auf den PC

Die Zusammenarbeit zwischen IBM und Apple macht also durchaus Sinn. Ihre jeweiligen Stärken ergänzen sich – man ist versucht zu sagen – perfekt. Dass sich die beiden einstigen Erzrivalen gerade kürzlich versöhnt haben, ist kein Zufall. Während der letzten Jahre haben mobile Geräte den PC zurückgedrängt, etwa bei Mail-Anwendungen.

Über die private Nutzung haben Smartphones mittlerweile still und leise den Einzug in die Firmen geschafft. In den USA können heute mehr als 80 Prozent der Angestellten auch geschäftliche Mail auf dem privaten Handy lesen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das handliche und vielseitige Gerät, dass jeder immer dabei hat, auch für berufliche Zwecke genutzt wird.