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Digital Der Banksafe für elektronische Daten

Klassische Banksafes sind für Geld, Schmuck und Diamanten – also nur etwas für reiche Pinkel aus Comic-Büchern. Moderne Banksafes hingegen sind für elektronische Daten – also etwas, das uns alle angeht.

Der Schliessfachraum einer Bank, durch ein Gitter gesehen.
Legende: Schliessfächer Die Bank weiss nicht, was ein Kunde im Schliessfach lagert. Keystone

SecureSafe, Link öffnet in einem neuen Fenster heisst die Speicherlösung der Zürcher Firma DSwiss, mit der sich persönliche elektronische Daten wie Passwörter, PIN-Codes oder Dokumente und Fotos in einem Online-Safe speichern und per Internet von überall her und jederzeit abrufen lassen.

Kontoauszüge im SecureSafe

Verschiedene Kantonalbanken bieten diesen Service seit neustem ihren Kunden an. Die Banken sind dabei aber nur Schnittstelle: Der Kunde wird von ihnen an die DSwiss weitergeleitet, welche die Daten auf ihren Servern speichert. Rechtlich gesehen ist darum allein D-Swiss für die Daten verantwortlich.

Für die Banken ist die Zusammenarbeit ein gutes Marketingmittel. Ausserdem können sie ihr E-Banking-Angebot mit SecureSafe zusammenschliessen und müssen zum Beispiel Kontoauszüge nicht nach einigen Jahren automatisch löschen, sondern können sie im SecureSafe lagern.

Schwachstelle Benutzer

Weder Banken noch DSwiss wissen, für Material im elektronischen Schliessfach lagert. Die Daten sind so verschlüsselt, dass nur der Kunde Zugriff hat.Die starke Verschlüsselung soll auch sicherstellen, dass Hacker nicht ins Konto eindringen können.

Für Urs Ackermann von der Zürcher Kantonalbank – die ihren Kunden als erste Schweizer Bank SecureSafe als Gratis-Dienst anbot – liegt die eigentliche Schwachstelle des elektronischen Safes darum beim Benutzer selbst: Wenn der seine Zugangscodes nicht gut hütet, nützt auch die starke Verschlüsselung und Authentisierung von SecureSafe nichts.

Der sichere Ruf der Banken

Dienste, die elektronische Daten zentral speichern und von überall her den Zugriff erlauben, gibt es auch andere – Dropbox, Link öffnet in einem neuen Fenster zum Beispiel. Andreas Jacob, einer der DSwiss Gründer, weist aber auf Sicherheitsmängel dieser Dienste hin. Tatsächlich wurde etwa Dropbox 2012 Opfer eines Angriffs, bei dem sich Hacker Zugang zu Benutzerkonten verschafften.

Neben der Sicherheit – wo DSwiss auch vom guten Ruf der Banken profitieren kann – ist für den Schweizer Benutzer auch von Vorteil, dass das Unternehmen seinen Sitz im eigenen Land hat. Sollte es Probleme geben, lässt sich so leichter Kontakt aufnehmen als mit einem Anbieter im Ausland, wo sich auch die Rechtslage von der in der Schweiz unterscheidet.