Food Porn: Essen besser Fotografieren

Fotografiertem Essen begegnen wir nicht mehr nur im Lifestyle-Magazin, sondern immer häufiger auch auf Facebook und Co. Oft sehen aber Menus im Restaurant besser aus als auf dem Bildschirm der Freunde. Das muss nicht sein: Hier ein paar einfache Regeln, wie Food-Fotos besser werden.

Professionelle Food-Fotografen betreiben einen erheblichen Aufwand, Essen so appetitlich wie möglich aussehen zu lassen. Dabei sind Erfahrung und einfache Kniffs mindestens so wichtig, wie die technische Ausrüstung.

Wir haben Martin Graf in seinem Studio in Basel besucht. Er hat sich auf Food-Fotografie spezialisiert und verrät uns ein paar einfache Tipps, mit denen auch ohne grossen technischen Aufwand bessere Bilder gelingen.

1 Perspektivenwechsel

Die Ansicht ist entscheidend. Nicht einfach gerade drauf halten, sondern das Motiv aus zwei bis drei Richtungen fotografieren. Am Bildschirm zeigt sich dann schnell, welches die beste Perspektive ist.

2 Blitzen verboten

Angeblitztes Essen sieht nie gut aus. Man sollte auch bei schlechten Lichtverhältnissen ohne Blitz zu fotografieren versuchen. Gut aufstützen – zum Beispiel mit beiden Ellenbogen – hilft.

3 Lichtführung (VIDEO)

Auch ohne Blitz sollte man darauf achten, dass das Licht nicht aus Richtung der Kamera kommt.
Gegenlicht lässt die Farben leuchten und bringt mehr Tiefe ins Bild. Der Hintergrund wird heller, was der Fotografie mehr Leichtigkeit gibt.
Bei Tageslicht lässt sich Gegenlicht einfach erzeugen, indem man den Teller gegen ein Fenster stellt. Nachts muss man mit der Raumbeleuchtung nachhelfen.
Wie ein professioneller Essensfotograf mit der Lichtführung umgeht, seht Ihr im Video unten an diesem Beitrag.

4 Starke Kontraste vermeiden

Kontraste sind bei der Food-Fotografie nicht so hilfreich wie bei anderen Motiven. Beim Essen geht es um ausgeglichene Farben und weiche Verläufe und darum gilt es, weiches Licht zu suchen. Direktes Sonnenlicht beispielsweise sollte man vermeiden. Dazu ganz einfach den Teller in den Schatten stellen.

5 Scharf muss sein

Unscharf fotografiertes Essen wirkt selten appetitlich. Darum nicht näher an das Motiv gehen, als die Kamera noch scharf stellen kann. Eine Makro-Funktion an der Kamera oder am Objektiv ist hier hilfreich.

6 Komposition beachten

Bei einer Fotografie ist nicht nur das Motiv entscheidend, sondern auch, was sich darum herum befindet. Bevor man abdrückt, sollte man unnötige Dinge wie Aschenbecher oder Autoschlüssel aus dem Bild entfernen.
Je nach Situation kann es sich auch lohnen, den Teller auf einen anderen Untergrund, auf einen anderen Tisch zu stellen.