Revamp-It: Computer und Zubehör aufgefrischt

Alles ist verschweisst, Reparieren ist schwierig: Viele Elektronikgeräte landen deshalb im Müll. Das muss nicht sein. Die Fachleute des Vereins Revamp-It bringen mit Herzblut und aus Überzeugung fast alles wieder in Schwung, was digital ist. Für alles andere gilt: Entsorgen lohnt sich!

Die Schweiz ist ein Land voller Gold. Nicht wegen jenem, das bei der Nationalbank liegt. Das Edelmetall findet sich in jedem Haushalt: in den Handys. 41 Handys enthalten in etwa so viel Gold wie eine Tonne Golderz.

Viel von diesem Gold liegt auch an der Kasernenstrasse 60 in Zürich. Bei Revamp-It. In den beiden grossen Räumen des Vereins, direkt unter dem Dach der Kasernenanlage, stapeln sich Drucker, Monitore, Tastaturen, ganze PCs und Notebooks. Diese Geräte haben Leiterplatinen eingebaut – und eine Tonne dieser Leiterplatinen enthält rund 250 Gramm Gold. Insofern ist Revamp-It also eine kleine Nationalbank mit einem kleinen Goldlager, verbaut in allen Geräten, die hier herumliegen.

Gegen die Wegwerfgesellschaft

Ziel des Vereins ist aber nicht, das Gold zu gewinnen, sondern die abgelieferten Geräte wieder zu reparieren. Revamp-It ist überzeugt: Nur weil der Netzschalter eines Monitors nicht mehr funktioniert, ist das noch lange kein Grund, ihn gleich wegzuschmeissen; auch wenn man heute für wenige hundert Franken einen neuen Monitor kaufen kann.

Die Stundenansätze der Mitarbeiter sind mit 70 Franken moderat, so dass in vielen Fällen eine Reparatur günstiger ist als der Neukauf. Etwa dann, wenn der Drucker ausgestiegen ist und der Besitzer eigentlich für wenig Geld einen neuen kaufen könnte – dann aber auf wertvollen Ersatzpatronen sitzen bleiben würde, die er für das defekte Gerät bereits gekauft hat.

Bei Smartphones ist Schluss

Von Smartphones hingegen lassen die Mitarbeiter von Revamp-It die Finger. Bei diesen Geräten ist eine Reparatur oft wirklich nicht mehr möglich – oder nur in einer speziellen «Smartphone-Klinik». Wer sein defektes Handy aber einfach in der Schublade liegen lässt, ist selber Schuld. Wert hat auch dieses noch. 8 Millionen alte Handys liegen unbenutzt in Schweizer Schubladen, so die Schätzung. Und von da wandern sie nach einer Weile in den Abfall – schlecht für die Umwelt, und schlecht fürs Portemonnaie. Dabei kann jeder aus alten Handys Geld machen.

Oder sie zumindest richtig entsorgen. Wo die Handys und alle anderen Elektronikgeräte dann landen, zeigt dieses Video.

Traum von sauberer Elektronik

Traum von sauberer Elektronik

REUTERS

Bei Kaffee und Bananen ist «Fair Trade» etabliert: Produkte aus fairem Handel, der Bauern und Arbeitern aus Entwicklungsländern ein gerechtes Einkommen garantiert. Bei Elektronikprodukten wie Smartphones drückt man dagegen gerne mal ein Auge zu. Doch lässt sich ein Handy überhaupt fair produzieren?