«Selfie»: Das ist die Definition

Kaum ein Begriff hat es so schnell in unseren Sprachgebrauch geschafft wie das Wort «Selfie»: Ein Foto von uns selbst, das wir selber machen und mit anderen teilen. Was macht ein Selfie aus? Welche Formen gibt es?

Eine Million Selfies schiessen wir Menschen gemäss Schätzungen jeden Tag.
Fotos von uns selber, die uns in der Regel vorteilhaft ins Bild rücken und uns in einer interessanten Umgebung zeigen. Kaum ein Trend zuvor ist in so kurzer Zeit zu einem kulturellen Massen-Phänomen geworden.

Der Begriff «Selfie» soll zwar bereits im Jahr 2002 in einem Internet-Forum erstmals aufgetaucht sein, doch erst ein Jahrzehnt später findet er dank Smartphones und Sozialen Medien globale Verbreitung.

Der Suchbegriff Selfie auf Google Trends.

Bildlegende: Komentenhafter Aufstieg dank dem Oscar-Selfie: Der Suchbegriff auf Google Trends. screenshot srf

Im Jahr 2012 wird der Suchbegriff erstmals von Google Trends erfasst – bereits ein Jahr später wird das Wort Selfie in das Wörterbuch der englischen «Oxford Dictionaries» aufgenommen. Im Dezember lächeln Barack Obama und David Cameron an der Gedenkfeier für Nelson Mandela in die Kamera der dänischen Premierministerin Helle Thorning und spätestens seit dem Oscar-Selfie vom März 2014, dem meist geteilten Foto auf Twitter, kennt den Begriff jedes Kind.

Was macht ein Selbstbildnis zum Selfie?

Das erste fotografische Selbstportrait zeigt Robert Cornelius.

Bildlegende: Das erste Selbstporträt von Robert Cornelius. Das Ur-Selfie? wikimedia

Selbstporträts sind so alt wie die Fotografie. Bereits im Jahr 1839 schoss der amerikanische Foto-Pionier Robert Cornelius ein Bild von sich selber mittels Daguerreotypie, einem frühen Fotografie-Verfahren. Eine der ersten Fotografien der Geschichte war demzufolge ein Selfie. Oder etwa nicht?
Hätte Cornelius es dafür im Internet teilen müssen? Hätte er die Kamera dafür in der Hand halten müssen? Hat er überhaupt selber auf den Auslöser gedrückt?

Was verstehen wir eigentlich ganz genau unter einem Selfie und welche Spielformen gibt es?

Unsere Definition:

Ein Selfie ist ein Foto, das wir von uns selbst schiessen. Den Blick meist direkt in die Kamera gerichtet, drücken wir selber den Auslöser. Bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme haben wir grundsätzlich die Absicht, das Bild zu veröffentlichen, im Internet zu teilen.

«  Das Selfie: ein Foto von sich selbst; selber ausgelöst; mit der Absicht, es im Internet zu teilen. »
Lucius Müller vor dem Studio vopn SRF 3.

Bildlegende: Hintergrund macht Bild gesund. Lucius Müller/SRF

Das Arm-Selfie

Die wohl eindeutigste Art, auf die man ein Selfie schiessen kann, ist mit ausgestrecktem Arm und Smartphone in der Hand.
Die Armlänge bestimmt dabei Bild-Ausschnitt sowie Körperhaltung und zwingt uns in die typische Selfie-Pose.
Der Hintergrund ordnet ein, wo wir uns befinden und was wir gerade tun. Ohne Berührungsängste sind damit auch Gruppenbilder möglich.

Lucius Müller vor einem Spiegel.

Bildlegende: ¡ʇɹɥǝʞɹǝʌןǝbǝıds ʇɥɔısɹoʌ Lucius Müller/SRF

Das Spiegel-Selfie

Ein Spiegel bringt freie Wahl beim Bildausschnitt und mehr Bewegungsfreiheit als das Arm-Selfie. Spiegel-Selfies eigenen sich weniger für Gruppen-Bilder, dafür umso besser für inszenertie Selbstporträts. Der Spiegel ermöglicht bei entsprechender Grösse auch Ganzköperaufnahmen.
Merkmale: Die Kamera ist immer mit im Bild und die Abbildung ist spiegelverkehrt. Der Hintergrund spielt hier oft keine Rolle.

Lucius Müller, Peter Buchmann und Jürg Tschirren

Bildlegende: Gruppenbilder ohne Gedränge. SRF

Das Stock-Selfie

Weitere kreative Möglichkeiten bietet der Selfie-Stick, eine Teleskopstange mit Halterung für das Smartphone oder die Kamera.
Mit dem verlängerten Selfie-Arm passen noch mehr Gesichter auf das Gruppen-Bild oder mehr Hintergrund. Zudem ermöglicht er Aufnahmen aus aussergewöhnlichen Perspektiven. Ausgelöst wird per Timer oder Kopfhörerkabel.

Lucius Müller freihändig.

Bildlegende: Freihändig zwar, aber ohne die typische Selfie-Anmutung. SRF

Das Stativ-Selfie

Wer auf einen Spiegel, nicht aber auf seine Bewegungsfreiheit verzichten möchte, macht sein Selfie ab Stativ. Dank Fern- oder Selbstauslöser sind damit beliebige Posen und Bildauschschnitte möglich.
Ohne Kamera und Arm im Bild fehlt diesen Aufnahmen allerdings die eindeutige Selfie-Anmutung.

So definieren wir Selfie – und wir finden die Form wunderbar. Hier unsere Argumente, warum das Selfie zu besseren Bilder führt.

Mein Selfie-Stil

  • Mein Selfie-Stil

    Wie machst du am liebsten Selfies?

  • Aus der Hand: Ich bin soo spontan, drum schnell und einfach!

    86%
  • Im Spiegel: Mein Duckface ist soo schön!

    4%
  • Mit einem Selfie-Stick: Meine Welt ist zu gross für Nahaufnahmen!

    1%
  • Ab Stativ: Ich bin pingelig und will Präzision!

    8%
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