Andreas Wiedmer, Landwirt: «Wir sind abhängig von der Natur»

Die Digitalisierung unserer Arbeitswelt macht auch vor dem Bauernhof nicht Halt. Der moderne Landwirt schaut mit dem iPad in den Stall, steuert die Tierfütterung über den PC und verteilt dank GPS-Navigation auf dem Traktor sein Saatgut zentimetergenau.

Die Rinder von Landwirt Andreas Wiedmer können nicht mogeln: Wer seine Tagesration Futter schon hatte, kriegt auch nichts mehr. Die Kraftfutterzuteilung erledigt der Computer, vernetzt über das «Hof-Internet». Im Stall hat Andreas Wiedmer sogar eine Kamera installiert: Über sein Tablet kann er jederzeit einen Blick auf seine Tiere werfen.

« Das Grundwesen des Bauernberufs wurde durch die Technik nicht verändert. Wir sind abhängig von der Natur. »

Technologie vom Feinsten auch draussen auf dem Feld: Auf dem Dach des Traktors sitzt ein GPS-Empfänger, der über das Funknetzwerk mit einem anderen GPS-Sensor auf dem Dach des Stalls Kontakt aufnimmt. Damit kann Wiedmer seine Zugmaschine Arbeiten auf dem Feld mit bis zu zwei Zentimetern Genauigkeit verrichten lassen.

Andreas Wiedmer steht mit einem iPad-Tablet-Computer im Rinderstall.

Bildlegende: Andreas Wiedmer Auf dem Tablet-Computer sieht er all seine Rinder. Lucius Müller/SRF

Andreas Wiedmer merkt  man seine Begeisterung für Technik an. Sein Hof ist überdurchschnittlich gut ausgerüstet. Technologie ist für einen modernen Landwirtschaftsbetrieb aber auch zu einer Frage der Wirtschaftlichkeit geworden. Ähnlich einem Controller führt der heutige der Bauer digital Buch über Saat-, Ernte- und Futtermengen; die Gesundheitsdaten seiner Tiere wollen elektronisch an die entsprechenden Stellen gemeldet werden. Mit einer «Zettelwirtschaft» lässt sich dieser Verwaltungsaufwand nicht mehr vernünftig bewältigen.