Suchmaschinen: Google verliert, Yahoo gewinnt

Suchmaschinen sind das Tor zum Internet und nehmen eine Schlüsselstellung ein. Mit Suchtechnologie lässt sich deshalb viel Geld verdienen. Nun ist bekannt geworden, dass Google an Marktanteil verloren hat. Trotzdem braucht sich der Platzhirsch noch keine Sorgen zu machen.

Collage: Portarits der beiden CEO vor dem Chrome- und Firefox-Logo.

Bildlegende: Kampf der Suchmaschinen: Google CEO Larry Page hat die erste Runde gegen Yahoo CEO Marissa Mayer verloren, nicht aber den Kampf. Collage SRF

Nach Angaben von StatCounter ist Googles Anteil am amerikanischen Suchmaschinen-Markt innerhalb eines Jahres um 4,1 Prozent auf 75,2 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum hat Yahoo um 3 Prozent auf 10,4 Prozent zugelegt. Für Google bedeutet das den kleinsten Anteil am Markt, seit StatCounter 2008 mit den Messungen begonnen hat.

Einfluss von Firefox

Der Grund für diese Verschiebung scheint offensichtlich: Seit zwei Monaten leitet der neue Firefox-Browser standardmässig alle Suchanfragen an Yahoo weiter, falls ein Nutzer den Browser nicht anderweitig konfiguriert hat. Das war nicht immer so: In den vergangenen zehn Jahren wurden diese Anfragen an Google geschickt, was dem Suchriesen Jahr für Jahr zusätzliche 100 Milliarden Anfragen einbrachte. Im November 2014 haben Google und die Mozilla-Foundation ihre Zusammenarbeit jedoch beendet, die neuste Version 34 von Firefox leitet jetzt die Anfragen an Yahoo weiter (wir haben darüber berichtet).

Die Statistiken machen deutlich, dass Yahoos derzeitiger Erfolg auf diese Zusammenarbeit mit Firefox zurückzuführen ist. Betrachtet man die Suchanfragen in den USA, die von den Firefox-Versionen 33 und 34 aus gestartet werden, so nimmt Yahoos Marktanteil von 9,6 Prozent auf 29,4 Prozent zu, während Googles Anteil von 82,1 Prozent auf 63,4 Prozent sinkt.

Das ist bemerkenswert, denn die Version 34 des Browsers steht erst seit kurzem zur Verfügung, für Yahoo gibt es also durchaus noch Potenzial. Wie nachhaltig dieser Zuwachs allerdings ist, lässt sich zur Zeit nicht abschätzen. Es ist durchaus möglich, dass Firefox-Nutzer mittelfristig in grossen Scharen ihren Browser umkonfigurieren und wieder zu Google zurückkehren werden.

Goliath bleibt Goliath

Obwohl Googles Marktanteil in den USA mindestens auf den Stand von 2008 gesunken ist – StatCounter hat erst vor sieben Jahren mit den Messungen begonnen – muss sich der Konzern aus Kalifornien keine Sorgen machen. Weltweit betrachtet beträgt Googles Anteil nämlich satte 90 Prozent, während es Konkurrent Yahoo bloss auf vier Prozent bringt.

Und daran dürfte sich so schnell nichts ändern: Wer Google ernsthaft Konkurrenz machen will, muss massiv in Know-How, Software und Hardware investieren. Und das geschieht nicht über Nacht. Selbst dem Grosskonzern Microsoft ist es auch nach Jahren der Entwicklung noch nicht gelungen, Google ernsthaft zu konkurrieren. Seine Suchmaschine Bing bringt es weltweit gerade einmal auf 3,6 Prozent.

Die Suchmaschine wechseln

So wechselt man im Browser die vordefinierte Suchmaschine.

Im Firefox-Browser:

  1. In der Textbox oben rechts auf den Pfeil klicken neben dem Logo der aktiven Suchmaschine
  2. Die gewünschte Suchmaschine wählen.

Im Chrome-Browser:

  1. Oben rechts auf das Menu-Icon (drei horizontale Linien) klicken
  2. Auf Einstellungen klicken
  3. Unter Suchen die neue Suchmaschine wählen