Zum Inhalt springen

Digital Walliser Apps für Google Glass

Im Forschungsinstitut Icare in Siders entwickeln junge Forscher Apps für Google Glass. Die Datenbrille von Google ist derzeit noch im Testlauf und soll im Verlaufe dieses Jahres auf den amerikanischen Markt kommen.

Legende: Video Walliser forschen an Google-Brille abspielen. Laufzeit 4:37 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.03.2014.

Benoît Golay und Jean-Jerôme Sarrasin gehören zu den wenigen Menschen in der Schweiz, die bereits heute im Besitz der Datenbrille Google Glass sind. Jean-Jerôme Sarrasin ist 28 und arbeitet als Software-Ingenieur am kantonalen Forschungsinstitut Icare in Siders. Er hat die Brille ins Wallis geholt.

«Ich war an zwei Konferenzen in Amerika», erklärt er gegenüber dem Nachrichtenmagazin «10vor10», «in San Francisco habe ich Entwickler getroffen, die mit Google-Produkten arbeiten. An dieser Konferenz konnte ich wichtige Beziehungen knüpfen. Deshalb gehören wir zu den ersten in der Schweiz, die Google Glass haben.»

Smartphone auf der Nase

Google Glass ist eine Art Minicomputer, der auf einen Brillenrahmen montiert ist und ähnlich funktioniert wie ein Smartphone. Mit dem System kann man beispielsweise telefonieren, navigieren, Photos machen, Video aufzeichnen , Nachrichten versenden oder im Internet surfen. Die Informationen erscheinen direkt im Sichtfeld des Benutzers. Mehrere tausend Personen, sogenannte Explorers, testen in den USA Google Glass und stellen ihre Videos ins Internet, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Barcode-App für Konsumenten

Im Auftrag von GS1, der Organisation, welche weltweit die Barcodes für Produkte vergibt, haben die jungen Wissenschaftler eine App entwickelt. In einer Migros-Filiale in Siders zeigen sie «10vor10» anhand einer präparierten Tafel Schokolade wie die App funktioniert: Jean-Jerôme Sarrasin trägt Google Glass und gibt den Befehl «OK Glass – scan Barcode» – und schon sieht er vor seinem Auge, was für Inhaltsstoffe das Produkt enthält.

Benoît Golay, Projektleiter Apps am Institut Icare ist stolz auf diese Innovation: «Wenn jemand auf Nüsse allergisch ist, wird ihn diese App darauf hinweisen. Oder wenn jemand seinen Freunden sagen möchte, dass er diese Schokolade gern hat, so kann er dies mit der App auf Facebook und Twitter tun.»

Security-App gegen Falschparker

Eine weitere App, welche die beiden Wissenschaftler entwickelt haben, erlaubt es, Busszettel für falsch parkierte Autos auszustellen. Mit dem Befehl «OK Glass – penalize this car» wird automatisch ein Busszettel gedruckt.

Dank ihren Apps sind Sarrasin und Golay international gefragte Leute. Vor kurzem präsentierten sie die Informatik-Innovation aus dem Wallis in Barcelona auf der grössten Mobilfunkmesse der Welt.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von A. Huber, Basel
    Nussallergiker-Beispiel: Blödsinn! Man verschärft ganz einfach die Deklarationspflicht auf der Verpackung - Problem gelöst - basta! Ich werde mich nun wohl langsam aber sicher nach konkreten Angeboten für Störsender umsehen müssen. Ich will nicht, dass mich jemand ungefragt filmt, fotografiert oder nur schon Gesprächsaufnahmen von mir macht und diese von Google Servern speichern, analysieren und bewerten lässt! Da bahnt sich ein gigantisches Unwetter über den Köpfen dieser Glassholes zusammen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Daniel Düsentrieb, Entenhausen
    Faszinierend einerseits - Andernsseits nix (neues) was das Smarphone o.ä. nicht schon schon heute kann, resp. könnte; mit entsprechender Software. PunktFertigSchluss Auserdem könnte das "sprechen zu" der Brille im Alltag "nerven"...(noch mehr als bei den Handy's) Naja, was heute komisch tönt, kann morgen schon "total normal" sein. Ich brauch's nicht. Wenn schon spielerische Technik, dann fasziniert/überzeugt mich die Virtuelle Realität dann doch mehr!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten