Windows 8.1 - Neuer Start mit altem Knopf

Microsoft bessert bei seinem neuen Betriebssystem Windows 8 an diversen Stellen nach. Symbolhaft: Der Startknopf kehrt zurück.

Das neue Microsoft Logo auf blauem Grund

Bildlegende: Windows 8.1 startet auf Wunsch wieder mit Fenstern. Microsoft

Ein Jahr nach der ersten öffentlichen Präsentation von Windows 8 hat Microsoft an der Entwickler-Konferenz «Build» in San Francisco ein namhaftes Update vorgestellt. Mit der Version 8.1, die noch im August veröffentlicht werden soll, geht Microsoft auf zwei der wesentlichen Wünsche verunsicherter Kunden ein: Der mit Windows 95 eingeführte Startknopf kehrt zurück und Windows kann in der klassischen Fenster-Ansicht gestartet werden. Gleichzeitig verbessert Microsoft aber auch die Funktionen der neuen «Metro» Oberfläche und treibt technische Neuerungen voran.

Die heikle Aufgabe, allen zu gefallen

Die neusten Anpassungen an Windows 8 unterstreichen, wie schwierig der Pfad ist, auf dem sich Microsoft derzeit befindet. Noch immer tastet sich das Unternehmen an die richtige Mischung aus alten, vertrauten und neuen, wegweisenden Technologien und Design-Elementen heran.
Einen starken Fokus hat Microsoft mit Windows 8.1 auch auf die Bedürfnisse grosser Unternehmen richten müssen, die seit jeher auf Microsoft-Produkte setzen und in erster Linie auf Kontinuität angewiesen sind. Bei der ersten Windows 8 Präsentation vor einem Jahr sahen viele IT-Abteilungen keinen Grund für einen Umstieg.

Microsoft reagiert nun auf die Bedenken von dieser Seite mit neuen Funktionen, die die Einbindung und Verwaltung von mobilen Geräten in Firmennetzwerken vereinfachen sollen. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung von Tablets und Smartphones, die ebenfalls mit Windows 8 ausgestattet sind. Damit löst Microsoft ein Versprechen ein, das es schon vor einem Jahr abgegeben hat und das einen wesentlichen Teil der übergeordneten Windows-Strategie ausmacht: Ein System für herkömmliche Computer, aber auch für mobile Geräte zu entwickeln, die sich unkompliziert miteinander vernetzen lassen und ganz einfach zentral verwaltet werden können.

Der Fluch von Windows Vista

Auch wenn Microsoft derzeit äusserlich unbeirrt seinen Weg der Innovation beschreitet, dürften dem Unternehmen die Verkaufszahlen von Windows 8 Sorgen bereiten. Weniger als fünf Prozent der Windows-Computer laufen aktuell unter der neusten Version. Rund 80 Prozent davon laufen noch immer unter Windows XP oder Windows 7. Dabei nimmt die Verbreitung von Windows 7 in ähnlichem  Umfang zu wie die von Windows 8. Es ist also nicht auszuschliessen, dass dem neusten Windows-Spross das gleiche Schicksal widerfährt wie Windows Vista. Das System sollte damals Windows XP ablösen und einen Neuanfang markieren. Viele Privat- und auch Geschäftskunden liessen Windows Vista aber links liegen und stiegen erst mit Windows 7 auf ein neues System um.