Album-Check: Blur «The Magic Whip»

Die Überväter des Britpop sind zurück! Nach 12 Jahren sind Blur wieder in Urformation da. Ihr achtes Album «The Magic Whip» entstand 2013, als Blur in einem stickigen, kleinen Studio in Hongkong strandeten. Das Endprodukt macht verdammt viel Freude.

Albumcheck: Blur – «The Magic Whip»

Blur? Stehen die nicht schon Schlange für ein Zimmer im Altersheim?
Auch wenn sie alle gegen die 50 gehen, ihre neue Scheibe klingt erstaunlich frisch
und beweist, dass sie den Dreh immer noch (oder sogar mehr denn je) raus haben.
«The Magic Whip» in Schlagworten:
Weltstadt-Misere, Vereinsamung, Isolation, Überbevölkerung, Asia-Kitsch, Stress, Wolkenkratzer, Spielhöllen, Identitätsverlust,
Personenkult, englisches Understatement, halbleere Pubs und die rote Morgensonne Chinas.
Wem gefällt das Album?
Sicher allen Blur-Fans und vermutlich auch musikalischen Abenteurern auf der Suche nach neuem Stoff. Wer Blur nicht kennt (gibt es solche Menschen überhaupt?), kriegt hier quasi eine Blur Best-Of mit neuen Songs vorgeworfen.
Wäre das Album ein Getränk, welches wäre es?
Weder Bier noch Schnaps noch LSD-Bowle, vermutlich etwas zwischen Earl Grey (mit Milch und Zucker) und chinesischem Oolong-Grüntee.
Sollte man diese Platte eher laut oder leise hören?
Blur hantieren nicht mit dem Brecheisen, sondern mit viel Feingefühl und Stil. In den ruhigen Songs liegt ihre Kraft. Oooohhhm.

Was fehlt dem Album?
Eindimensionale Radiohits. Und ich bin froh, dass keine dabei sind.
Das werden Oasis-Fans sagen:
«Hör endlich auf mit deinem intellektuell-melancholischen Cockney-Mist, Damon. Oasis waren schon immer besser als Blur.»