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Musik Metallica: 30 Jahre «Kill ‘Em All»

Metallicas Debut-Album «Kill ‘Em All» stand am Anfang einer beispiellosen Karriere, die Metal vom Aussenseiter- zum Stadion-Phänomen machte. Sänger und Gitarrist James Hetfield, der kürzlich 50-jährig wurde, verkörpert diese Entwicklung auch in seiner privaten Lebens- und Leidensgeschichte.

Metallica im Jahr 1983: Damals nocht mit Cliff Burton (†), Lars Ulrich, James Hetfield, Dave Mustaine. (v.l.n.r.)
Legende: Metallica anfangs 1983: Damals nocht mit Cliff Burton (†), Lars Ulrich, James Hetfield, Dave Mustaine. (v.l.n.r.) PD

Sommer 1983: Die Kalifornische Band Metallica verbindet auf ihrem Debut-Album «Kill ‘Em All» spielerische Finesse von britischen Hardrockbands wie «Judas Priest» oder «Diamond Head» mit dem Hochgeschwindigkeitsmetal und der Direktheit von Punk im Stile von «Motörhead» oder der «Misfits». Dies ist die Geburtsstunde des Thrash Metal.

Thrash Metal vs. Hair Metal

Zu Beginn waren es hauptsächlich wütende, junge Männer aus den kalifornischen Vorstädten, die sich zu Metallicas neuartigem, besonders aggressiven und gewalttätigen Sound abreagierten. Später wurde Metal oder Hardrock zur Glaubensfrage. Hard Rock war 1983 bereits dabei, im Mainstream anzukommen – mit Poser-Bands wie Mötley Crüe, Twisted Sister oder Ratt, bei denen Show und Haarspray mindestens so wichtig waren wie Tempo und Lautstärke. «Es gab einen riesigen Hass auf die vielen Hair-Metal Bands», sagte Hetfield kürzlich in einem Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone. Hass, der ihn selbst und eine ganze Szene antreibt.

Musikhistorische Gelenkstelle

«Kill ‘Em All» ist deshalb mehr als nur das Debut-Album von Metallica, weil es wegen der spieltechnischen Exaktheit und dem höllischen Tempo die erste Platte war, für das die Gattungsbezeichnung Heavy Metal nicht mehr ausreichte. Sänger und Gitarrist James Hetfield ist zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt und hat sein Elternhaus bereits seit 3 Jahren verlassen.

Echter Prügelknabe

Hetfields Eltern, Mitglieder einer Sekte, lassen sich scheiden, als er 13 Jahre alt ist, kurz darauf verschwindet sein Vater, seine Mutter stirbt drei Jahre später an Krebs. Hetfield ist bereits in ganz jungen Jahren auf sich allein gestellt. So ist es nicht zufällig Hetfield, der das Gesicht und die Geschichte Metallicas bis heute prägt. Er verkörpert den Aufstieg vom Aussenseiter zur Metal-Ikone so glaubwürdig wie niemand sonst in der Band. Er spielt nicht nur den Prügelknaben, er war auch einer.

Metallica – Whiplash (live): 1983 in San Francisco. Ein Song des Metallica-Debutalbums „Kill ‘Em All“, damals noch mit Dave Mustaine an der Lead-Gitarre und dem verstorbenen Cliff Burton am Bass.

Diamond Head – Am I Evil (live): Die britische Underground-Metal-Band Diamond Head war wichtiger Teil der sogenannten New Wave of British Heavy Metal und übten grossen Einfluss aus auf die frühen Metallica. Metallica coverten den Diamond Head – Song „Am I Evil“ für ihre 1983er EP Creeping Death.

Metallica 1983, mit (v.l.n.r.) James Hetfield, Lars Ulrich, Dave Mustaine und Cliff Burton (†) über ihre wichtigsten Einflüsse Diamond Head, Motörhead, Angel Witch und Black Sabbath.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Sileno Püntener, Berg TG
    Wenn ihr grad jungi Bands bringed, denn bringed doch bitte grad au no öpis vo de finnische Newcomer-Band Lost Society. :)
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  • Kommentar von Sileno Püntener, Berg TG
    Guete Obig! Ich han mol e chlini Frog.. Wönd ihr vom SRF3 nöd JEDE Tag vo 0:00 Uhr - 23.59 Uhr Rock Special mache? Es wür mi uu freue! ;) Grüessli us Berg :) \m/
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  • Kommentar von Ursula Berger, Bern
    Von mir zwar spät entdeckt - aber heute unverzichtbar. Metallica gehören zu den beiden Bands die ich praktisch täglich höre und mir wohl nie verleiden werden. Es gibt in meinen Ohren kein schlechtes Album, obwohl besonders "St. Anger" gerne verrissen wird. Wie die Band und die Männer selber, hat sich eben auch der Sound verändert. Mit "Death Magnetic" haben sie bewiesen, dass sie wieder beinahe in der alten Form sind - durch und durch genial!
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