Zum Inhalt springen
Inhalt

Musik Muse in Zürich: Eher Kino als Konzert

Ein volles Hallenstadion, eine runde Bühne mitten im Saal, Hologramm-Projektionen, laute Gitarrenwände. Muse zeigten sich ambitioniert, ein bombastisches Multimedia-Erlebnis zu bieten. Musikredaktor Claudio Landolt findet: Das Konzept Grössenwahn geht nur bedingt auf.

Die Idee ist nicht neu, aber oft sehr reizvoll. Muse geben auf ihrer aktuellen «Drones»-Tour keinen musikalischen Frontalunterricht, sondern spielen auf einer 360-Grad-Bühne, die sich dreht. U2 gingen mit diesem Konzept vor einigen Jahren auf Welttournee. Auch Metallica oder die Beastie Boys waren schon so unterwegs.

Bei Muse allerdings leidet dabei die Qualität des Tons. Acht Lautsprecher, die von der Hallenmitte aus die Wände andröhnen, sind viel schwieriger zu mischen als normale Lautsprecher-Türme auf den Seiten der Bühne.

Hologramme über den Köpfen

Sehr gelungen sind hingegen die grafischen Projektionen, welche wie Hologramme über den Köpfen der Musiker schweben. Das macht die Muse-Show imposant und man wähnt sich eher an einer 3-D-Aufführung von Jurassic Park als an einem Konzert.

Man muss Matthew Bellamy und seinen Kumpels allerdings eingestehen, dass sie eine tolle Setlist zusammengestellt haben. Die Dramaturgie stimmt, alle Hits werden geliefert, clever platziert.

Funke sprang erst gegen Schluss

Doch der Funken sprang am ersten von zwei Abenden in Zürich erst im letzten Viertel des Konzerts auf das Publikum über. Interessanterweise kamen die Songs mit den wenigsten Showeffekten drumherum am besten an.

Fazit: Muse stehen mehr denn je für supermassiven, pompösen, theatralischen Stadionrock. Damit bewegen sie sich immer hart an der Grenze zum Kitsch und Grössenwahn. Spannend wird es deshalb sein, sie diesen Sommer an den Schweizer Festivals (Gurten, Montreux und Nyon) zu erleben, an denen sie auf ihre Schnickschnack-Bühne verzichten müssen und die Musik mehr im Zentrum steht.

Claudio Landolts Interview mit Muse

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andi Neukomm, Zürich
    Das HALLENstadion, ein SAAL?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Och, Tettnang
    Wir waren am ersten Abend bei der MUSE Show (Stehplatz) und ich muß die Konzertkritik bestätigen. Wir haben MUSE schon einige Male live gesehen, hatten immer das Gefühl, MUSE klingen live noch viel besser als im Radio... Nun legen sie los und wir schauen uns nur fragend an, jemand meinte »Da stimmt irgendwas nicht!« und wirklich, der Sound ist mit den bisherigen Shows nicht zu vergleichen. Auch wirkte die Band irgendwie »müde« zu Beginn. Aber wir sind alle nur Menschen, für mich ist das okay.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gehrig Beat, Gümmenen
    Ich habe gestern das Konzert besucht und bin immer noch begeistert. Ich frage mich wo Herr Landolt am Mittwoch war? Wohl nicht im Hallenstadion.......
    Ablehnen den Kommentar ablehnen