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Musik-Blog Das sind die besten Coverversionen des Jahres

Mein Anspruch an eine Coverversion ist nicht, dass sie besser sein muss, als das Original. Ich mag Covers dann, wenn sie mutig sind. Wenn sie durch andere Ansätze einzigartig und damit selbst zu kleinen Originalen werden. 2017 steht an der Spitze dieser Top 5 ein Schweizer Song.

Gute Coverversionen sind keine Klone.
Legende: Gute Coverversionen sind keine Klone. Keystone

Wieso ich Coverversionen liebe? Bei dieser Disziplin zeigt sich nicht selten die wahre Qualität von Songs und Bands. 2017 hatte ich besonders grosse Freude an diesen fünf Neuinterpretationen:

#5 Haim «That Don’t Impress Me Much»

Original von Shania Twain (1998), Link öffnet in einem neuen Fenster

Die kalifornische Geschwisterband «Haim» hat keine Angst vor grossen Hits. Immer wieder coverten sie Welthits und begaben sich dabei auf gefährliches Terrain. So auch mit ihrer Shania Twain-Coverversion von «Don’t Impress Me Much».

Zwar haben sie den Song nicht gross reformiert und eine musikalische Ausnahmeleistung ist auch nicht auszumachen. Aber die Spielfreude, die sie bei ihrer Interpretation ausstrahlen ist unbezahlbar und beschert dem Klassiker einen zweiten Frühling.

#4 Cody Jinks «Wish You Were Here»

Original von Pink Floyd (1975), Link öffnet in einem neuen Fenster

Selbstverständlich gibt es keinen wirklichen Grund 2017 den überstrapazierten Pink Floyd-Song «Wish You Where Here» zu adaptieren. Es gibt aber einen triftigen Grund, sich dieses Cover anzuhören: Die Stimme des Texaners Cody Jinks. Dieser Mann könnte mir wahrscheinlich auch eine Country-Version von «Chihuahua» auftischen und ich würde sie bis zum Schluss hören wollen.

#3 Lambchop «When You Were Mine»

Original von Prince (1980)

Wenn Lambchop-Mastermind Kurt Wagner Musik macht, klingt es immer nach Lambchop. Und so könnte auch sein Prince-Cover nicht weiter vom Original entfernt sein.

Zugegeben: Die Art und Weise, wie Wagner mit dem Autotune-Effekt spielt, ist gewöhnungsbedürftig. Wer genau hinhört, kann aber eine Freude für den eher unkonventionellen Einsatz dieses Effekts entwickeln.

#2 Negro Dub «Alors On Danse»

Original von Stromae (2009), Link öffnet in einem neuen Fenster

Streng genommen ist Negro Dubs Version von Stromaes «Alors on Danse» ein Remix und keine klassische Coverversion. Weniger streng genommen darf sie aber als solche gefeiert werden. Schliesslich geht der kolumbianische DJ und Musiker mit seinem Electro Cumbia-Ansatz völlig neu an den Song heran.

#1 Züri West «Verchoufe ds Huus»

Original: House for Sale / Nick Lowe (2011), Link öffnet in einem neuen Fenster

Züri West pflegen eine lange Tradition in Sachen Coverversionen. Und so findet man auch auf dem jüngsten Album der Berner Songadaptions-Perlen. Die Schönste des Albums und für mich ganz klar die Coverversion des Jahres: «Verchoufe ds Huus».

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Gregi Sigrist empfiehlt euch daher «I Saw Mommy Kissing Santa Claus» zu hören - dagegen ist «Last Christmas» von Wham! bloss kalter Glühwein:

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.