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Musik-Blog Die grossen Popstars sterben aus

Mit David Bowie ist nach Lemmy Kilmister eine weitere Musiker-Legende gestorben. Wichtige Figuren aus dem Pop-Zirkus, wie sie heute nicht mehr geboren werden. Aber wieso eigentlich nicht?

David Bowie.
Legende: David Bowie (1947 - 2016). Spin

Stars wie Rihanna, Lady Gaga, Bruno Mars oder Taylor Swift können so viel Erfolg haben, wie sie wollen. Den Status eines David Bowie oder eines Lemmy Kilmister werden sie ebenso wenig erreichen, wie den eines Bob Dylan oder Mick Jagger. Abwarten? Nein! Denn es liegt wahrscheinlich mehr am Zeitgeist als am Künstler, dass die Popmusik massiv an Mystik eingebüsst hat.

Wie wir mögliche Stars «verbrennen»

Der schnell eintretende Erfolg eines Künstlers war für die Industrie schon immer wichtig. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Den Satz «Früher war alles besser» können wir getrost beiseite lassen. Doch es war noch nie so einfach, mit komplett unerfahrenen oder gar untalentierten Künstlern auf die Schnelle Erfolg zu haben wie in den letzten Jahren.

Dabei setzt die Musikindustrie oft auf ein neues Gesicht und eine bekannte Melodie. Also: Neue Stimmen interpretieren bereits existierende Hits. Während dieser Trick vor langer Zeit als Einstieg und Lancierung einer Karriere angewendet wurde, dient er heute meist bloss als musikalisches Schnellgericht, das nach dem Genuss ebenso schnell wieder vergessen werden soll, damit man die Masche immer und immer wieder durchziehen kann.

Der Stellenwert des Erfolgs

Es gibt wohl keinen grossen Pop-Musiker, dem Erfolg nichts bedeutete oder bedeutet. Nicht Kurt Cobain, nicht Bob Dylan und schon gar nicht David Bowie. Alle grossen Künstler waren aber dazu bereit, Umwege zu gehen.

Sie waren dazu bereit, ihr Publikum komplett vor den Kopf zu stossen. Sie waren dazu bereit, ihre Karrieren für ihren künstlerischen Anspruch an die Wand zu fahren.

«Shooting Stars» statt «Stars»

Diese Bereitschaft findet man heute noch. Doch eher bei Bands, die das ganz grosse Publikum nie erreichen. Solche Acts sind allerdings kommerziell unattraktiv für die Industrie und daher treffen wir auf den Spitzenpositionen der Charts eher auf musikalisch risikolose Erzeugnisse. Produktionen von Künstlern, die keine Wirkung auf eine nächste Generation haben werden, während vermeintlich grosse Musiker aufgrund ihrer geringen Popularität wenig Langzeitwirkung haben.

Sprich: Den Begriff «Star» müsste man in der Welt der Popmusik noch viel konsequenter durch den Terminus «Shooting Star» (Sternschnuppe) ersetzen. Das Meiste, was wir am Sternenhimmel der Popmusik tatsächlich wahrnehmen, sind kurz aufblitzende Kometen, die uns vor den etwas weniger hell leuchtenden und wahren Stars ablenken.

Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

21 Kommentare

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  • Kommentar von M.J, Biel-Bienne
    "Sch... auf Gott und sch... auf den Teufel und auch auf die Kirche. Ich allein bin verantwortlich für meine Taten. Ich muss mich hinter nichst verstecken. Ich habe es getan, was auch immer getan habe." O-Ton Lemmy Kilmister. So viel zum "Okkulten" im Rockbusiness.
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  • Kommentar von Jeronimo M., Aarau
    Leider scheint auch David Bowie einer dieser Okkultismus-Fans zu sein. Leider. Sich dem Teufel zu verschreiben ist wirklich nicht das, was sich jemand wünscht. Aber es scheint in der Musikindustrie Normalität zu sein ! Schaut doch mal unter Google "They sold their souls to the devil". Diese schwarzen "Sterne" (Stars ???) haben ihre Seele dem Teufel verkauft, um "Erfolg?" zu haben. War es das wert ?, "Doch nach dem Tod kommt das Gericht " (Die Bibel).
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    1. Antwort von Gregi Sigrist, BE
      Lieber Jeronimo. Bei allem Respekt. Der Flirt mit der dunklen Welt, gehört seit jeher zur Rockmusik. Gut und Böse sind Bestandteil und Inspiration für Künstler, seit es solche Welten gibt. Ausserdem: Verkaufen wir nicht alle tagtäglich (vielleicht im ganz kleinen Ausmass) unsere Seelen dem Teufel? Vielleicht ein ganz klein wenig? ;-) Oder um was geht in deinem Kommentar genau: Bowie zu verurteilen? Den "bösen" Rock'n'Roll anzuklagen? Ist das wirklich 2016? lg. Gregi Sigrist
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  • Kommentar von Oliver Reichlin, Grub AR
    "Chum las la bambele, Gregi"! Es gibt doch auch heute noch Superstars, wie Müslüm zum Beispiel; sollte man meinen. Zumindest wenn "Mann" SRF3 hört. Mal vorne weg, ich habe nichts gegen Müslüm und finde den Song auch sehr erfrischend. Wenn er dann aber gefühlt 10x am Tag läuft wirds mühsam. Die Stars von heute sind nicht authentisch genug. In den sozialen Medien versuchen sie allen zu gefallen. Selfies aus dem Badezimmer, will ich das? Nein. Hat Lemmy mal ein Selfie gepostet? Wohl eher nicht.
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