Zum Inhalt springen

Dorfplatz Das Auf und Ab am Lungerersee

Wenn Lungerer auf die Schönheit ihres Dorfes angesprochen werden, spielt der Lungerersee regelmässig eine Hauptrolle. Der Naturstausee besticht durch seine türkisblaue Farbe, hat das Dorf vor gut zwei Jahrhunderten aber auch in zwei Lager gespalten.

Legende: Audio Emma Furrer blickt zurück auf die Geschichte des Lungerersees abspielen.
4:33 min, aus Dorfplatz vom 10.05.2016.

Durch die Absenkung des Lungerersees sollte im 18. Jahrhundert zusätzliches Kulturland gewonnen werden. Die Idee wurde in der Bevölkerung nicht gleichermassen gut aufgenommen. Im Dorf gab es fortan zwei Lager: die «Trockenen» befürworteten die Absenkung, die «Nassen» waren gegen eine Absenkung. Die Kluft zwischen Befürwortern und Gegner war so gross, dass eine Heirat zwischen «Trockenen» und «Nassen» ein Tabu war.

Eine Seite in einem Fotoalbum mit alten Fotografien.
Legende: Aus dem Fotoalbum von Emma Furrer Bilder aus alten Zeiten dokumentieren die Geschichte des Lungerersees. SRF/Alexandra Felder

Absenkung und erneute Stauung

1836 wurde der Lungernsee schliesslich um 18 Meter auf ein Niveau von 657 m ü. M. gesenkt. Dadurch konnten 170 Hektaren Land gewonnen werden. Die Bauern, die sich darauf niederliessen und das Land bewirtschafteten, mussten es nach nur 85 Jahre wieder räumen. Der See wurde erneut gestaut. Eine Tragödie für alle Betroffenen.

Die 88-jährige Emma Furrer hat diesen Zwist zwar nicht persönlich miterlebt. Aber als Dreijährige hat sie gespannt gelauscht, wenn die alte Magd die Geschichen von früher erzählte. «Die Familien konnten einem schon leid tun, sie verloren ihr Land, das sie vielleicht schon während zwei Generationen bewirtschafteten.» Andere versuchten sich mit der geringen Entschädigung andernorts eine neue Existenz aufzubauen, was nicht allen gleichermassen gut gelang.

Vergangenheit und Zukunft des Lungerersees

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Uschi Huber-Bürgi "Bürgi Sigis", Hasliberg-Reuti
    Als Heimweh "Lungererin" höre ich gespannt die Sendung "Dorfplatz Lungern" Die Reportagen und "Stimmen der Lungerer" fühlen sich glücklich an! Es ist wieder ein positiver Wind in die Gemeinde gekommen rund um das "scheenä Lungerä" Ich bin seit bald 40 Jahren über dem Brünig am Hasliberg und meine Hausberge sind immer noch die gleichen einfach aus einer anderen Sicht!!!! Es griässli vom Hasliberg! Uschi Huber-Bürgi
    Ablehnen den Kommentar ablehnen