Ich erzähle dir mein Leben

Die Kraft des Erinnerns ist stark und kann sich zudem positiv auf das gegenwärtige Wohlbefinden auswirken. Dabei ist es unwichtig, ob man seine Lebensgeschichten niederschreibt, oder sie anderen erzählt. Hauptrolle dabei spielen die Gefühle, die wieder wachgerüttelt werden.

Senioren beim Kaffee betrachten Foto einer Tischnachbarin.

Bildlegende: Auch Fotos können Erinnerungen von damals auffrischen. Colourbox

Werden Emotionen von erlebten Situationen aufgefrischt, lernt man dadurch sein Leben wertzuschätzen. Ein wichtiger Schritt; denn viele Menschen neigen dazu, ihre Leistungen und Errungenschaften zu missachten. In einer Runde mit Freunden ist der positive Effekt des Erzählens natürlich umso grösser.

Erzähl- statt Jassrunde

Andere Erzähl- und Zuhörwillige finden sich beispielsweise in sogenannten Erzählcafés. Eine solche Erzählrunde kann zu einem bestimmten Thema stattfinden, oder man plaudert unter dem Motto «Weisch no» einfach munter drauflos.

Die Psychologieprofessorin und Bestsellerautorin Verena Kast plädiert für diese «mündliche Biographie. Dabei streicht sie heraus, dass das Zuhören einen genauso hohen Stellenwert wie das Erzählen einnimmt.

Übrigens zählen bei diesen Erzählcafés nicht nur die positiven Lebenserfahrungen. Auch bittere Lebensabschnitte und Geschichten sollen geteilt werden. Auch hier erweist sich das Erzählen als Balsam für die Seele.

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