Pfiffige Kunst von Senioren an der Artevita

Lebenserfahrung und Reife spürt man sicherlich heraus, wenn man die Kunstobjekte der Ausstellung Artevita betrachtet. Es sind eine Objekte, die auf Biegen und Brechen schockieren oder irritieren wollen. Dennoch sind die Werke der Seniorinnen und Senioren alles andere als langweilig.

Frech grinsen drei tönerne Bengel ihren Betrachtern entgegen. Drei barbusige Mütter mit Kind wecken Erinnerungen an afrikanische Holzfiguren. Auch Alois Carigiet oder herrliche Blumenarrangements scheinen den 94 Hobbykünstlerinnen und –künstlern der Artevita als Inspirationsquelle gedient zu haben.

Ihre Gemälde, Skulpturen und Tonobjekte wurden zum Teil noch nie öffentlich gezeigt. Nun aber können sie im Kulturhaus Rosengarten und im Gemeindesaal des Primarschulhauses in Grüsch GR endlich bestaunt werden.

Senioren leben ihren Traum

Die Künstler selber sind allesamt Seniorinnen und Senioren, die im dritten Lebensabschnitt ihre Liebe zur kreativen Gestaltung erst so richtig ausleben können.

Was dabei auffällt ist, wie pfiffig und unkonventionell Kunst im Alter sein kann.

Für einige der Seniorinnen und Senioren war es sicherlich eine Überwindung, ihre persönlichen, kreativen Schöpfungen der Allgemeinheit zu präsentieren.

Einige mussten von ihren Familien, Freunden und Bekannten regelrecht dazu überredet werden, ihre Kunstwerke auszustellen. Nun aber, da diese Hürde überwunden ist, überwiegt der Stolz.

Reaktionen aus der ganzen Schweiz

Stolz ist auch die Artevita–Projektleiterin Renata Pitsch von der Pro Senectute Graubünden. Vor allem freut sie sich, welch nationalen Anklang sie mit dieser Ausstellung finden kann, obschon Grüsch nicht gerade im Zentrum der Schweiz liegt. Die Objekte stammen dabei aus allen Landesregionen.

Rosmarie Laudahn im Garten.

Bildlegende: Rosmarie Laudahn konnte schon einige Bilder verkaufen. SRF

Das «Lampenfieber» bleibt

Eine der Künstlerinnen ist Rosmarie Laudahn, der man in der Schule noch weismachen wollte, dass sie keine künstlerische Begabung besitze.

Die Faszination an der Malerei war aber grösser als der Frust über die beleidigenden Worte ihres Lehrers. Sie bildete sich weiter und erlernte Aquarelle zu malen. Artevita ist nicht die erste Ausstellung an der man ihre Werke bestaunen kann.

Nach wie vor ist Rosmarie Laudhahn jedoch nervös. Man weiss ja nie, wie die Leute auf die eigenen Schöpfungen reagieren werden. Bis jetzt wurde Rosmarie Laudahn allerdings nie enttäuscht und konnte sogar schon einige ihrer Gemälde verkaufen.

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