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WAM Nach dem Radio ist vor «Globi» und «Trittligasse»

Mit dem «Musikpavillon» zum Jahresende beendet Walter Andreas Müller seine langjährige Tätigkeit als Radiomoderator – mit einer kleinen Träne im lachenden Auge. Denn für Wehmut bleibt kaum Zeit: auf den vielseitigen Schauspieler warten in den nächsten paar Monaten viele spannende Projekte.

Ein lachender Mann in einem Aufnahmestudio.
Legende: Als Hörspieler wird WAM auch in Zukunft hinter dem Mikrofon sitzen. SRF

Nach seiner Pensionierung hat Walter Andreas Müller bei SRF Musikwelle noch sieben Jahre Radioheimat genossen. «Die Musikwelle war für mich ein Glücksfall», meint er rückblickend. «Sie bietet ein Programm, das mich von A bis Z fasziniert.» Nun verabschiedet er sich vom Radiopublikum. Der letzte «Musikpavillon» des Jahres (Sonntag, 31. Dezember von 12:00 bis 14:00 Uhr) ist gleichzeitig seine letzte Sendung. «Das Radio wird mir fehlen», gibt er ehrlich zu.

Doch WAM – wie man Walter Andreas Müller mit Namenskürzel nennt – ist bekanntlich kein Kind von Traurigkeit. Er lässt los und blickt mit einer prall gefüllten Agenda freudig in die Zukunft. Auf den gut organisierten Manager warten viele abwechslungsreiche Projekte und Programme.

Volles Programm

Im Januar wird eine neues «Globi»-Hörspiel produziert, im Frühling geht die Zürcher Ballade «Trittligasse» in die zweite Runde.

Der Sommer gehört den Schlossfestspielen Hagenwil und im Herbst wirkt WAM in einem Musical am Theater St. Gallen mit. «Ich freue mich wahnsinnig auf all die verschiedenen Aufgaben», meint er mit überzeugender Begeisterung.

Lieber WAM, eine Frage noch...

Findest du überhaupt Zeit zum Kochen? Welchen Berufswunsch hattest du als Kind? Braucht es Mut, um in der Schweiz mit einem Rolls Royce unterwegs zu sein? Auf welche Parodien würdest du heute verzichten? Mit solchen und ähnlichen Fragen konfrontiert das Team von SRF Musikwelle ihren stets gut gelaunten Kollegen zum Abschied. Als Gast im «SRF Musikwelle Brunch» beantwortet er alle sehr offenherzig.

Ich wäre gerne Opernsänger geworden.
Autor: Walter Andreas Müller

Als Parodist sei er zwei Mal zünftig ins Fettnäpfchen getreten. «In einer Volksmusik-Sendung von Ländlerpapst Wysel Gyr parodierte ich mit zittriger Stimme den durch die Parkinson-Krankheit gezeichneten Papst Johannes Paul II.»

Ein gestikulierender Mann.
Legende: Paradebeispiel einer Parodie: Walter Andreas Müller als Christoph Blocher. SRF

Es folgte ein Sturm der Entrüstung, vor allem aus katholischen Kreisen. «Heute wäre ich wohl vorsichtiger und würde auf eine solche Parodie verzichten», so WAM. In unguter Erinnerung bleibt ihm auch eine Christoph Blocher-Parodie im Rahmenprogramm zur EWR-Abstimmung. «Danach habe ich sogar Morddrohungen erhalten.»

Nächtliche Rolls Royce-Fahrten

Beim Thema Rolls Royce gibt Walter Andreas Müller zu: «Zuerst hatte ich Hemmungen damit zu fahren. Ich war lange nur nachts mit dem Rolls Royce unterwegs.» Doch heute würden die Leute toll auf ihn in diesem Wagen reagieren. «Sie mögen mir das offensichtlich gönnen».

«Ich wäre gerne Opernsänger geworden», meint WAM auf die Frage nach seinen frühen Berufswünschen. Der Traum sei aber aufgrund seiner Körpergrösse früh geplatzt. «Doch heute kann ich Tanzen, Singen und Schauspiel auf der Musical-Bühne ausleben.»

Ich bin ein Kochbuch-Koch und liebe Schmorgerichte.
Autor: Walter Andreas Müller

«Kochen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigung», erfahren wir schliesslich noch von Walter Andreas Müller. Das sei für ihn eine kleine meditative Auszeit, die er sich gerne gönne. Ausreichend Zeit dafür zu haben, sei eine Frage der Organisation. «Durch bewusste Planung muss man sich dafür Freiraum schaffen.»

Schauspieler, Showmaster, Satiriker und Parodist

Walter Andreas Müller ist einer der grossen Schweizer Comedy-Legenden. Zuweilen ist WAM sogar bekannter als die Persönlichkeiten, die er parodiert. Ein paar Perlen aus dem Archiv von Schweizer Radio und Fernsehen SRF zeugen von seiner beeindruckenden Vielseitigkeit.

  • 1978: Als Jüngling in der «Niederdorfoper»

    Walter Andreas Müller hat in seiner Karriere nicht nur TV-Auftritte. Unzählige Male ist er in Musicals und Theaterstücken vor Live-Publikum zu sehen. So zum Beispiel auch im legendären Lustspiel «Die Kleine Niederdorfoper».

  • 1978: WAM wird Showmaster

    Ende der 70er-Jahre versucht sich Walter Andreas Müller zum ersten Mal als Fernsehmoderator. Später ist er als Moderator regelmässig beim Radio tätig.

  • 1985 bis 2013: WAMs und Birgit Steineggers legendäre Leier

    Mit ihrer Sendung «Zweierleier» prägen Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller 28 Jahre lang die Schweizer Radio-Satire. Mit ihren Pointen, Parodien und Persiflagen werden sie zur festen Grösse auf «DRS 1».

  • 1987 bis 1993: WAM «chiflet» sich in die Herzen der TV-Zuschauer

    In der Sendung «Traumpaar» gibt Walter Andreas Müller zusammen mit Schauspielkollegin Ursula Schäppi alles andere als das perfekte Traumpaar ab. Ganz im Gegenteil: Die beiden spielen Adam und Eva Chifler, die sich ständig in die Haare geraten. Und dafür liebt sie das TV-Publikum.

  • 1992: «Dinner for One» à la WAM

    In der Sendung «Benissimo» spielt Walter Andreas Müller zusammen mit Birgit Steinegger eine Dialektfassung des Comedy-Klassikers «Dinner for One» – Fondue und zahlreiche Gläser Fendant inklusive.

  • 1994 bis 1999: Riesenerfolg «Fascht e Familie»

    Als Hans Meier in der Sitcom «Fascht e Familie» spielt sich Walter Andreas Müller in die Herzen von Hunderttausenden von TV-Zuschauern. Seine Rolle: Hans der Kellner, der von der ganz grossen Schauspielkarriere träumt.

  • Walter Andreas Müller – der 8. Bundesrat

    Legendär sind Walter Andreas Müllers Parodien von Schweizer Bundesräten. Egal ob Moritz Leuenbeger, Christoph Blocher oder Jean-Pascal Delamuraz – keiner der Magistraten ist vor WAM sicher.

  • 2013: Eine Ära geht zu Ende

    Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller haben fast 30 Jahre lang mit «Zweierleier» satirische Gesellschaftskritik geübt. Über sechshundert Mal gab es in ihrer Sendung auf «DRS 1» gepfefferte Parodien und Persiflagen. Die Abschlusstournee der beiden endet in Thun. «Glanz & Gloria» war mit dabei.