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Schlager 111 Jahre Marlene Dietrich

Marlene war irgendwie anders: kühl, unnahbar, androgyn und gerade deshalb äusserst attraktiv. Dank «Der blaue Engel» avancierte sie zum ersten deutschen Filmstar Hollywoods. Marlene Dietrich, ein Star von Weltformat, kam vor 111 Jahren am 27.Dezember 1901 zur Welt und fasziniert noch heute.

Marlene Dietrich in den Fünfziger Jahren
Legende: Marlene Dietrich prägte das Bild der unnahbaren, kühlen Blonden. Keystone

Eine verqualmte Bar am Hamburger Hafen, gröhlende Männer und mittendrin ein keckes, leicht bekleidetes Mädchen auf einem Fass: So zog die Dietrich 1930 alle Blicke auf sich. Die Art und Weise, wie sie ihr «Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt» trällerte, war revolutionär: selbstbewusst, frech, anrüchig, ja bisweilen sogar etwas ordinär.

Vorbild einer Generation

Gerade dadurch aber fiel die Dietrich auf und wurde zur Stilikone der Dreissiger. Es dauerte nicht lange, bis sich Hollywood die kühle Blonde mit dem faszinierenden Augenaufschlag schnappte. Dietrichs Antlitz flimmerte alsbald in Hollywood-Klassikern wie « Kismet» oder «Zeugin der Anklage» über die Leinwand.

Marlene Dietrich wie gewohnt kühl und unnahbar.
Legende: Marlene Dietrich unterstütze während des zweiten Weltkriegs Flüchtlinge und emigrierende Künstler aus Deutschland aktiv und finanziell. Keystone

Die Landesverräterin.

Marlene wäre die perfekte Ikone für Nazi-Deutschland gewesen. Hitler und seine Schergen bekundeten demnach auch grosses Interesse an der Diva. Dieser war der Nationalsozialismus allerdings ein Dorn im Auge. Sie ging soweit, dass sie sich von ihrer deutschen Herkunft gänzlich lossagte und die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Damit wurde sie in Deutschland selbst zur «Landesverräterin» degradiert.

Heutzutage wird ihre Haltung den Nazis gegenüber sehr geschätzt. Dietrich selber schaffte es später nie mehr, den entstandenen Graben zwischen ihr und Deutschland zu schliessen.

Ich kann nicht singen. Also muß das, was ich trage, eine Sensation sein

Dann war da noch diese Stimme: tief, rauchig, lasziv. Keine grosse Gesangsstimme im eigentlichen Sinne, aber eine Stimme, die die Menschen in ihren Bann zog. Marlene unterstrich ihre Auftritte zudem mit perfekt inszenierten Darbietungen. Die Herstellung ihrer atemberaubenden Kostüme nahm bisweilen Monate in Anspruch. Schlag aufSchlager präsentiert mit «Sag mir wo die Blumen sind» einen von Marlene Dietrichs grössten Erfolge. Ihre Cover-Version trug 1962 massgeblich zur Bekanntheit dieses Antikrieg-Liedes bei.