«Best Swiss Video Clip»: Das sind die 5 nominierten Clips

Am diesjährigen «m4music»-Festival wird zum fünften Mal der beste Schweizer Videoclip des Jahres ausgezeichnet. Aus insgesamt 238 Einsendungen sind fünf Musikvideos für den Titel «Best Swiss Video Clip» 2016 nominiert. Wir erlauben uns ein Urteil.

Die glorreichen Zeiten, in denen das Musikfernsehen den ganzen Tag Musik gespielt hat, sind längst vorbei. Dennoch hat das Format Musikvideoclip überlebt und ist in Zeiten von Social Media zum perfekten Promotool geworden.

Virus-Videomacher Thomas Balmer hat sich die nominierten Clips angeschaut und gibt hier seinen Senf dazu:

Mit «Jung verdammt» ist Lo & Leduc ein hübsch durchdirigiertes Musikvideo gelungen. Der Song ist aber nicht aufgrund des Filmmaterials zum Überhit mutiert, sondern erlangte besagten Fame auf Basis musikalischer Belange.

Die Details sind besonders gelungen, da hat sich die Regie wirklich etwas überlegt. Passend zum Refraintext wird das Filmgrading in rot getaucht. Ausserdem: wer ein «Güggel» in ein Musikvideo packt, ist per se ein Winnertyp.

Der Cast dünkt mich auch äusserst gelungen. (Mit dabei u.a. Milena Gross. Hier geht's zu ihrem «Virus Voyage»-Portait.)

Ein Musikvideo in Perfektion. Noch selten schien mir ein Clip so gelungen. Hier hat sich ein Team gefunden. Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, dann sind Musikvideoclip-Teams nach diesem Film verloren:
Grandiose Charaktere, stimmungsvolle Story und ein Baggerballet schöner als Natalie Portman in «Black Swan».

Mit «Hashtag» haben die Videomacher rund um Baschi v.a. im Schnittbereich ein spannendes Werk hinterlassen. Eindrücklich wechselt die Kamera zwischen Perfomance und Story. Die ausgeklügelte Vorabplanung in Sachen Kamerafahrten und Storyaufbau zahlt sich aus. Dass sich Baschi von der Maskenbildnerin ganz uneitel als pornosüchtigen Dicksack inszeniern lässt, verleiht dem Clip zusätzliches Flair.

«Funeral March» ist eine interessante Collage inklusive Schwarz/Weiss-Ästhetik, Slowmotion-Tanzperformance, sowie Rauch- und Farbeffekten. Für Popvideo-Fans wohl etwas arg «Kunschti». In einer Länge von über vier Minuten ist das Video aber sowieso näher bei Arte als bei RTL II.

Was dem Videoclip in Sachen Story fehlt, macht er in Sachen Look wett. Wenn auch Tanz, Streit und Emotion im Boxring wunderschön inszeniert sind, bleibt mir schleierhaft, warum der Typ am Schluss berührungslos K.O. geht. Dem Clip fehlt es an einer stimmigen Story.

Den Gewinnerclip bestimmst du

Du, ja. Hier kannst du für deinen Favoriten voten.

So oder so - mit der Kategorie «Best Swiss Video Clip» beweist das m4music, dass sich Schweizer Filmemacher in Sachen Musikvideo nicht verstecken müssen.