Transgender ist im Mainstream angekommen. US-Serien sei Dank.

LGBT steht nicht nur für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender. LGBT steht auch sinnbildlich für einen neuen frischen Wind in der Popkultur. LGBT ist zur Zeit in der Film- und TV-Industrie omnipräsent - und alle sind begeistert!

«Unde Nouvelle amie»

Bildlegende: «Une Nouvelle Amie», wenn du nicht in deinen Körper passt SRF Virus / Facebook

Hollywood entdeckt Transgender

Hollywood und Homosexualität, das ist nichts Neues. Trans-Menschen sind jedoch noch nicht lange im Rampenlicht von Film und Fernsehen. Die Öffentlichkeit wurde durch eine Vielzahl prominenter Beispiele auf Transgender aufmerksam:

  • Die öffentliche Verwandlung von Wikieleaks-Whistleblower Bradley Manning zu Chelsea Manning.
  • Der Oscar für Jared Leto für seine Performance als eine sich prostituierende Trans-Frau.
  • Dragqueen Conchita Wurst, die sich prominent für alle Minderheiten einsetzt.
  • Und schon gewusst, dass Kim Kardashians Stiefvater Bruce Jenner sich demnächst als Frau entpuppt?

Vorreiter sind TV-Serien aus den USA

Filme über Transgender gab es immer wieder Mal (Hillary Swank in «Boys Don't Cry», anyone?), aber es waren stets Ausnahmen und nie ein Dauerthema. Amerikanische Serien bringen nun aber endlich frischen Wind. Vorne dabei - und sogar mit Golden Globes ausgezeichnet - ist die Amazon-Serie «Transparent». Dort wird anhand eines zur Frau gewordenen Familien-Vaters das Trans-Sein ausführlich thematisiert.

Unzählige weitere Serien haben inzwischen eine Trans-Figur:

  • In «Orphan Black» gibt es einen Trans-Klon.
  • Die weltweit bekannteste Transgender Laverne Cox aus «Orange is the New Black» hat es auf das Cover des Time-Magazines geschafft.
  • Und sogar bei den nervtötenden Sänger-Teenies aus «Glee» gibt es eine Transgender-Lehrerin.

Transgender auch im Virus-Film der Woche «Une Nouvelle Amie»

Der französische Filmautor François Ozon ist bekannt dafür, offen und freizügig Sex in seinen Filmen zu thematisieren. So überrascht es wenig, dass Ozon in seinem neuen Film «Une Nouvelle Amie» die Geschichte von einem Mann erzählt, der sich als Frau eigentlich viel wohler fühlt. Das Drama ist sehr leichtfüssig und punktet dabei mit viel französischem Charme. Trotz der Leichtigkeit verliert der Film aber nie die Ernsthaftigkeit und porträtiert vielschichtige und spannende Menschen, die mit ihrer Identität oder auch ihrer Sexualität hadern. Wem Xavier Dolans Transgender-Meisterwerk «Laurence Anyways» zu schwer war, dem dürfte mit «Une nouvelle Amie» von François Ozon perfekt gedient sein.

«Une Nouvelle Amie» ist ab dem 26. März in den Schweizer Kinos.