Gimma zeigt sein Chur

So tschent (=geil): Vom Dialekt-Kurs über seine liebsten Plätze in der Stadt bis zu einem Penis-Tattoo gibts alles. Zieh dir das Video rein.

Gimma aka Gian-Marco Schmid ist Rapper, Autor, Kolumnist, Werbetexter und Bündner. Er ist geboren, aufgewachsen und nach wie vor wohnhaft in Chur - und hat uns in 24 Stunden seine Heimatstadt gezeigt.

Ein Tag in Chur - die Bildergalerie:

Die Giger Bar

Gimma: «HR Giger ist das bekannteste Exponat von der Stadt Chur. Er hat einen Oscar gewonnen für seine Alien-Darstellungen, einen eigenen Platz in der Stadt und momentan ist eine Giger-Ausstellung im Rathaus. Die Giger Bar hat er designt, ich trinke morgens gerne meinen Kaffee da.»

Der Arcas

«Der Arcas ist einer der schönsten Plätze der Stadt Chur. Im Sommer ist er sehr belebt, es hat mehrere Restaurants mit Gartenbeizen, Kinder spielen draussen und ich habe ein Lied über den Arcas gesungen. Das Lied ist leider nie rausgekommen, aber das gibts.»

Das Penis-Tattoo

«Old Century Tattoo ist das Studio von Werner Businger. Ihn kenne ich schon sehr lange durch seinen Bruder - Thom Businger von Breitbild, wir sind also Rapperkollegen.» Werners Studio ist ein klassischer Traditional-Tattoo-Shop, mehr wie man es von Amerika her kennt und nicht im modernen Stil eingerichtet.

Was Gimma sich da stechen lässt? Einen Penis. Einen Penis auf den Oberarm. Das ist aber noch nicht alles. Denn nicht Werner tätowiert dieses sagenhafte Sujet, sondern Bettina. Richtig gelesen. Bettina, die Moderatorin und Nicht-Tätowiererin. Also Mut haben sie in diesem Chur, definitiv!

Die Toms Beer Box

Gimma: «Toms Beer Box ist der Bierbauchnabel der Welt: da gibts die meisten verschiedenen Biersorten. Es ist meine Stammbeiz und alle Leute, die da drin sind, sind in der Regel meine Freunde oder Kollegen. Es ist ein sehr durchmischtes Publikum - vom Bänker, über den Bauarbeiter bis zu Leuten wie du und ich. Die Stimmung ist stets sehr ausgelassen, ich denke das fällt auf.»

Das «Schlittschüendlen»

Chur hat eine echt idyllische Kunsteisbahn - das Quadereisfeld. Es ist mitten in der Stadt und bis Anfangs März 2016 geöffnet. Gimmas Vater war ein begnadeter Hockeyspieler... Gimma hat das Talent auf den Schlittschuhen nur begrenzt geerbt. Trotzdem endete unser Chur-Tag auf dem Eisfeld... Mammamia, sag ich nur. Mehr dazu im Video oben.

Das Polizeigesetz

«Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, aber es ist also schon abstrus heavy. In einer Zone in der Stadt müssen die Bars um 1:00 Uhr nachts schliessen und dann gibt es noch eine Clubzone, da dürfen sie bis um 3:00 Uhr nachts offen haben. Nach 23:00 Uhr darf nichts «über d'Gass» verkauft werden, du darfst draussen nichts essen oder trinken, ansonsten droht eine Busse. Vieles wird kameraüberwacht.

Thun und Chur haben das restriktivste Ausgangsgesetz in der Schweiz. Wenn man Ruhe sucht, kann man das vielleicht verstehen, aber als junger Mensch findet man das eher biz dumm!»

Der Bündnerdialekt

Im praktisch jedem irgendwo auftauchenden Ranking, welches die Beliebtheit der verschiedenen Schweizer Dialekte aufzeigt, ist das Bündnerdeutsch immer auf den vordesten Rängen mitdabei. Darum hier ein kleiner Sprachkurs :

  • Geil - Tschent
  • Sofa - Gutschi
  • Mama - Määä (Mund weit aufsperren und Zunge rausstrecken beim Aussprechen)
  • Papa - Päää (auch hier bitte. Und laut! Man soll es ungraziös rausrufen)
  • Schwester - Schwééé (dito)
  • Bruader - Bruader

Falls du gerne Bild und Ton zum obigen «Mund weit aufsperren und Zunge rausstrecken beim Aussprechen» hättest, dann gaff das Video, da gibt es eine hervorragende Vorlage.

Was ist der Churer/die Churerin für ein Typ Mensch?

«Der Churer ist ein eigenbrödlerischer, selbstverliebter, sich durchaus seiner privilegierten geographischen Position bewusster Weltenbürger. Er hat zwar viel Kontakt zu Touristen, ist aber trotzdem eher rechts eingestellt und hat Angst vor allem was fremd ist. Wenn sie Geld bringen ist das schon recht, aber wehe sie wollen auch was dafür.

Allerdings sind die Churer untereinander sehr interessiert. Es ist sehr ein sportliches, kreatives und kulturelles Volk, wir haben auch unfassbar viele Bands. Die Heimeligkeit und die Zusammenhörigkeit werden gross geschrieben.»

Fazit? Chur ist echt tami herzig!

Gimma hat uns überzeugt, seine Heimatstadt ist wirklich ein schampar herziges Städtli. Hast du Bock auf mehr solche Städteportraits? Gibts! Und zwar hier.