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Bounce Don Fuego liefert Zürichs neue Fussballhymne

Schon auf seinem letzten Release «Club 27» flirtete Don Fuego mit dunkleren Themen und dem Tod. Auch auf seiner neuen EP «Memento Mori» zeigt sich der charismatisch-bärtige Zürcher Rapper erneut rau und knurrig – und baut dazu FCZ-Stürmer Roberto Rodriguez ein musikalisches Denkmal.

«Gedenke, dass du sterblich bist», donnert es im Intro von Don Fuegos, Link öffnet in einem neuen Fenster EP. Eine tief gepitchte Männerstimme erzählt vom alten Rom und der Tradition, vor dem Gladiatorenkampf genau diesen Satz durch eine Priesterstimme erklingen zu lassen.

Zu Ende des Intros richtet sich die Stimme dann im Imperativ an Don Fuego: «Don Fuego, gedenke dem Tod!» Memento Mori. Das Timbre und die Stimmung der EP wären somit festgelegt.

Und nachdem der Rahmen der EP steht, verlässt der 28-jährige Zürcher auf seiner acht Songs starken EP den Schädel-übersäten Pfad auch kein einziges weiteres Mal mehr.

Don Fuego hat eine tiefe, raue Stimme. Eine, die in Person von seinem oft schalkhaft aufblitzenden Lächeln stark kontrastiert wird. Der Zürcher wirkt in Person ruhig, bestimmt und locker. Der aggressiveren Seite seiner Natur lässt er den Freilauf offensichtlich in seiner Musik.

Eine neue Fussballhymne für Zürich

Der erste Track, der von der EP heraussticht, ist natürlich die Single-Auskopplung «Rodriguez». Der Track ist FCZ-Stürmer Roberto Rodriguez gewidmet und ohne Wenn und Aber eine neue Fussballhymne.

Aber: Mich ballert «In Farbe» – inklusive exzellenten Gastauftritten von Don Fuegos Labelpartnern Didi und Newcomer Jamal – fast noch mehr weg. Die drei Rapper zeigen sich auf diesem Züri-Strassen-Epos allesamt von ihrer besten Seite.

Nach acht Tracks, die zwar inhaltlich durchaus stark variieren und einzeln angehört einen geilen Vibe kreieren, wird mir die 808-Drummachine und der pechschwarze Vibe allerdings etwas monoton. Denn auch für den «Lovesong» der EP («Komplizin») verlässt Don Fuego die düster-trappige Ästhetik seiner Beatwahl nicht.

Nur der Feature-Track «Studio zu Studio» mit dem wohl wütendsten Rapper (Shout-out an Ali) am Mic, den ich kenne, tanzt hierbei ein wenig aus der Reihe. Plötzlich schwingt in der – durch die ganze EP hindurch sehr starke – Produktion etwas warmes und hoffnungsvolles mit.

Unter dem Strich bleibt das Fazit: Ziel erreicht. Denn Don Fuegos «Memento Mori» schafft es locker, dich in die Welt des Zürchers eintauchen zu lassen.

Der Rapper Don Fuego entzündet eine Zigarre
Legende: Don Fuego gibt uns acht düstere Rapsongs auf «Memento Mori» Yannis Blättler

1 Kommentar

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