KomA aka Jona$sty und das längste Mixtape der Welt

«Jona$ty – Mixtape Vol 1» ist satte 48 Nummern stark. Die völlige Übertreibung mit Überlänge, zahllosen Interludes und viel Battlerap - in Pathos getränkt wie Baclava in Zuckerwasser. Für Rapfans: sehr unterhaltsam.

KomA, oder eben Jona$ty, ist mitnichten ein unbeschriebens Blatt im Schweizer Rap. Er ist halt einer dieser Rapper, die spitten können (wie KomA regelmässig am Cypher zeigt) und vielseitig sind (der Mann hat Stimm-Variation drauf und erstaunt mit einem guten Gespür für Melodie und eingängige Hooks). Leider hat er aber einen Output vorzuweisen, der zu wünschen übrig lässt. Nun hat er sich zusammengerafft und das von einigen sehnlichst erwartete Release rausgehauen – als Kompensation für die geringe Release-Dichte sind 48 Songs auf dem Tape. Das ist dann doch etwas übertrieben – oder?

Übertrieben? Oder nicht?

Hmm. Würde man denken, ja. Aber: wenn du Rap-Fan bist, deine Kopfhörer aufziehst und dich willentlich in den Rapfilm vo KomA setzt, wirst du doch unterhalten. Denn: Rapskills sind da. Punchlinehagel ballert in jedem Representertrack (ca 50% des Tapes). Auch Flow-technisch zeigt sich Jona$ty als fähig und bewandert: auf klassischen 90-100 BPM 90er-Beats ( z.B. «Gegend») fühlt sich der Usterner ebenso wohl, wie auf trappigen Nummern («Rambo») und auf moderneren, poppigeren Produktionen («Chauf der es Herz ft. Freezy») zeigt KomA viel Range.

Besonders stark überrascht (angenehm) bin ich von seiner Stimme. Auf dem Featuresong mit Didi würde man annehmen, dass der kratz-Bart-stimmige Didi den Refrain singen würde. Aber nein, KomA killt die Hook auf «Summer in Züri ft. Didi».

Fazit

Viel Battlerap, einige introspektive Songs, bitzeli Musik zum Chillen, ein paar Covers und natürlich die fantastisch witzigen Saunaclub-Hommagen zusammen mit Haram City-Banger Bossnak – ein gelungenes Mixtape. Wenn auch etwas lange für die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Raphörers.

Mixtape gratis saugen: voilà.