«Melody of Noise»: Wann ist etwas Musik und wann Lärm?

Die Schweizer Regisseurin Gitta Gsell hat sich für ihren Dokumentarfilm «Melody of Noise» unter die Exoten der Musik-Liebhaber gemischt. Sie bauen ihre eigenen Instrumente und machen Musik aus Geräuschen, die uns sonst alltäglich erscheinen.

Die Musik-Nerds, die Gitta Gsell in ihrem Film «Melody of Noise» porträtiert, lassen sich nicht von ihren musikalischen Vorbildern inspirieren, um ihren Sound zu finden. Nein, das wäre ja viel zu einfach. Vielmehr experimentieren sie mit allem Möglichen, das klingt. Was wir sonst als Lärm empfinden, kann so zu Musik werden.

Der Alles-Ist-Ein-Instrument-Typ und der Bastler

Julian Sartorius durchforstet riesige Fabrikhallen, grüne Wiesen und sogar das Wasser - immer mit im Gepäck ein Aufnahmegerät und Drumsticks. Damit wird auf allem gespielt, was ihm in die Quere kommt.

Stefan Heuss hingegen ist ein Bastlertyp. Er baut in bester Tinguely-Manier alles zusammen, was irgendwie möglich ist und macht etwas Neues daraus. Inspirationsquelle ist das Brockenhaus - der Wirkungsort ist die Werkstatt. So imitiert er zum Beispiel den Klang eines Hangs mithilfe einer Murmel, einer Schüssel und einem Akku-Bohrer.

Ein erfrischender und inspirierender Dokumentarfilm

«Melody of Noise» eröffnet dem Mainstream-Musikhörer eine neue Welt und bietet erfinderische und inspirierende musikalische Momente. Die Faszination der Protagonisten für Details im Versteckten wirkt ansteckend. Die Dokumentation besteht nicht nur aus spannenden Porträts, sondern entführt einen wortwörtlich in neue unbekannte Klangwelten. 3.5 von 5 Punkten.